Kreis Kleve: AWO erweitert Angebot
VON MICHAEL BAERS - zuletzt aktualisiert: 26.01.2012Kreis Kleve (RP). Ein Jahr nach dem Neuanfang stellte die Erwerbslosenberatungsstelle des AWO Kreisverbandes Kleve die Zahlen der vergangenen zwölf Monate vor. 327 Gespräche gab es, jeder zweite brauchte eine "psychosoziale Beratung".
Es war ein schwerer Schlag, als die Düsseldorfer Landesregierung 2008 das Aus für die finanzielle Förderung der Erwerbslosenhilfe im Kreis Kleve verkündete. Ein schwerer Schlag für das gesamte AWO-Team und natürlich auch für die vielen Klienten, die bis zu diesem Zeitpunkt das Angebot in Anspruch genommen hatten. "Rund 700 Beratungen" habe man damals pro Jahr durchgeführt, erinnert sich Viktor Kämmerer, Geschäftsführer des AWO-Kreisverbandes.
Seit dem 3. Januar 2011, also fast genau einem Jahr, gibt es die Beratungsstelle wieder – "mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds" wie es offiziell heißt. Denn die Arbeit des AWO-Teams ist keineswegs überflüssig, sondern dringend erforderlich. Folglich werden die Kosten von jährlich 62 000 Euro für die Beratungsstelle wieder gemeinschaftlich aufgebracht.
Öffnungszeiten
Die Öffnungszeiten der AWO Erwerbslosenberatung in der Klever Thaerstraße 21 sind montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 10 bis 12 Uhr.
In den AWO-Räumlichkeiten in Emmerich wird künftig donnerstags von 9 bis 14 Uhr geöffnet und ein Ansprechpartner der AWO vor Ort sein, in Geldern ist der Termin noch unbekannt. Aber: "Ab Februar werden wir auch in Geldern einen Vormittag zur Beratung anbieten, wir wissen nur noch nicht welchen", verspricht Schürings.
In den vergangenen zwölf Monaten zeugen 327 Beratungen davon, dass Land und EU gut daran getan haben, dieses Angebot wieder ins Leben zu rufen. Denn diese Hilfe wird auch in Zeiten verhältnismäßig geringer Arbeitslosigkeit benötigt. Sozialpädagoge Andreas Schürings geht ins Detail: "Von den 327 geführten Gesprächen waren 45 Prozent telefonische und 29 Prozent persönliche Beratungen.
Vier Prozent haben uns über E-Mail kontaktiert, der Rest waren Beratungen im Rahmen von Informationsveranstaltungen." Insgesamt jeder zweite Fragesteller bedurfte dabei einer sogenannten "psychosozialen Beratung", sprich Hilfestellung auch in Themenbereichen, die nicht direkt mit dem Arbeitsplatz zu tun haben. "Hier hatten wir dann auch häufiger Kontakt zu den betroffenen Personen", so Schürings. Aus Beratung wurde so häufig Begleitung.
Das letzte Jahr habe gezeigt, dass es auch bei den Problemen eine klare Staffelung gibt. Im Winter 2010/2011 waren beispielsweise die Heizkosten weit vorne, im Laufe des Jahres wurden sie von Nachfragen rund ums Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes und der Bitte um Hilfe und Unterstützung bei Bewerbungen abgelöst. Ebenfalls ein Dauerproblem: das Fehlen angemessenen Wohnraums. Der Grund: 45-Quadratmeter-Wohnungen sind auch für Studenten ein interessanter Markt.
Für die kommenden zwölf Monate hat die Erwerbslosenberatungsstelle des Kreises Kleve sich jedenfalls große Ziele gesteckt. Nachdem der Schock aus dem Jahr 2008 verdaut wurde, wollen Kämmerer, Schürings und Gerhard Wagner (ebenfalls Berater in der Thaerstraße) wieder die alten Zahlen erreichen. "Wir peilen eine Verdopplung der Gesprächszahl an", gibt Kämmerer vor. Dabei helfen sollen die neuen Beratungsangebote in Geldern und Emmerich (siehe Info), eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Beratungsstellen und der verstärkte Kontakt zu den Familienzentren.
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