Kleve: Bambi: Daniela Lesmeister ist "Stille Heldin"
VON JULIA LÖRCKS - zuletzt aktualisiert: 12.11.2010 - 15:47"Ich bewundere Sie sehr. Das ist etwas ganz Großes, was Sie machen" - mit diesen Worten begrüßte Bunte-Chefredakteurin Patrica Riekel Dr. Daniela Lesmeister. Die 33 Jahre alte Juristin aus Kleve ist eine von drei stillen Helden, die am Donnerstagabend (11.11.2010) mit dem Medienpreis "Bambi" ausgzeichnet wurde.
Die Jury von hubert burda media würdigte damit Lesmeisters ehrenamtliche Arbeit für die Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany. "Sie sehen nicht untätig zu, wenn Menschen um ihre nackte Existenz kämpfen", sagte Riekel in ihrer Laudatio.
Bergen von Verschütteten
Leismeister, die hauptberuflich Referentin im NRW-Gesundheitsministerium ist, gründete 2003 mit ihrem Mann Michael die Hilfsorganisation I.S.A.R (International Search and Rescue). Dabei hat sich die Duisburger Rettungstruppe im Laufe der Jahre auf das Bergen von Verschütteten spezialisiert. "Es sind ganz normale Menschen aus unserem Alltag, sie sind ehrenamtlich im Einsatz an den Brennpunkten des menschlichen Leidens. Sie nehmen unbezahlten Urlaub, verzichten auf ihr Einkommen, riskieren ihr Leben und suchen nach Verschütteten", so Riekel und ergänzt: "Sie erwarten kein öffentliches Lob, keine Bezahlung, sie handeln aus Nächstenliebe. Sie wollen keine Helden sein und doch sind sie es, stille Helden des Alltags."
Nach dem schweren Tsunami Weihnachten 2004 in Thailand war das I.S.A.R.-Team erstmals im Einsatz.
Wenige Monate später flog die Hilfsorganisation nach Pakistan, um dort nach einem schweren Erdbeben nach verschütteten Menschen zu suchen und verletzte Erdbebenopfer medizinisch zu versorgen.
Weitere Einsätze führten I.S.A.R. inzwischen auch nach Peru, Indonesien und Haiti.
Die Gesamtverantwortung für die Einsätze liegt immer bei der Kleverin Daniela Lesmeister. Sie verhandelt mit dem Auswärtigen Amt, den Botschaften und Konsulaten, den Fluggesellschaften, den Behörden in den Krisenregionen und sie vertritt I.S.A.R. bei der Einsatzleitung der Vereinten Nationen im Katastrophengebiet.
Im Fokus stand fur Burda vor allem Lesmeisters Engagement nach dem verheerenden Erdbeben Anfang des Jahres in Haiti. Der Einsatz war laut Lesmeister „die bisher größte Herausforderung“ für die Hilfsorganisation. "Das Ausmaß der Zerstörungen und des menschlichen Leides war einfach unvorstellbar", berichtet die Bambi-Preisträgerin.
Die I.S.A.R. Suchmannschaften waren in Haiti mit ihren Rettungshunden und schwerer Bergetechnik in Orten unterwegs, in denen das Erdbeben keinen Stein auf dem anderen gelassen hatte. Im Feldlazarett waren die Mediziner des Teams mit Verletzungsmustern konfrontiert, die selbst für gestandene Notfallmediziner eine große Herausforderung darstellten. Vor allem schwerste Infektionen von unbehandelten Wunden waren immer wieder anzutreffen. Mitten in diesem Chaos, mitten in dieser unwirklichen Situation, machte "Soleil" den Helfern aus Deutschland wieder Mut. Das kleine Mädchen erblickte im Feldlazarett das Licht der Welt. "In solchen Situationen weiß man, dass sich die ganze Arbeit wirklich lohnt", so Daniela Lesmeister.
Überwältigt
Die Kleverin zeigte sich bei der Preisverleihung am Donnerstagabend in Potsdam von der Auszeichnung überwältigt und grüßte ihr Team, das zurzeit in Haiti gegen die Cholera kämpft. "Vielen Dank für Preisverleihung. Und wenn Sie bei der ein ein oder anderen Spende an uns, an I.S.A.R. Germany denken würden, wäre ich Ihne sehr dankbar."
Im Folgenden sehen Sie ein Video der Preisverleihung:
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