Kleve: Bauhof rüstet Salzvorräte auf
VON SYBILLE MÖCKL - zuletzt aktualisiert: 14.09.2010Kleve (RPO). Im vergangenen Winter kamen die Streusalzlieferanten mit Nachschub kaum nach. Um dem vorzubeugen, füllen die Umwelbetriebe der Stadt Kleve schon im Sommer ihre Lager. Auch ein neues Silo wird gebaut.
Wen interessiert eigentlich Streusalz im Sommer? Die Umweltbetriebe der Stadt Kleve (USK) bereiten sich bei strahlendem Sonnenschein schon einmal auf den Winter vor. Auf dem USK-Gelände an der Brabanterstraße entsteht derzeit ein drittes Salzsilo. Die Bodenplatte liegt bereits. In der kommenden Woche wird das mehrere Meter hohe Silo dann aufgestellt. Genau neben die beiden bereits vorhandenen aus dem Jahr 2005.
"Damit können wir dann insgesamt gut 250 Tonnen Auftausalz einlagern", berichtet Betriebshofleiter Rolf Janssen. Dies entspräche in etwa der Menge, die in einem normalen Winter in der Kommune verbraucht werde. "Wir bauen das neue Silo allerdings nicht nur aufgrund der Erkenntnisse des vergangen Winters", sagt Janssen, "sondern auch um zukünftig im Winter kein Salz mehr zukaufen zu müssen."
Streusalz
Sommerpreise Für die Großkunden des Salzgeschäfts wie etwa städtische oder Landesbetriebe lohnt sich auf Grund der Sommerpreise der frühe Bezug.
Zuständigkeit Die Umweltbetriebe der Stadt Kleve tragen Verantwortung für die städtischen Straßen. Kreisstraßen versorgt der Kreis Kleve, Landstraßen der Landesbetrieb Straßen NRW.
Im Sommer ist das Streusalz nämlich, dem Prinzip von Angebot und Nachfrage entsprechend, um einige Euro billiger als im Winter. Und da die Bergwerke auch im Sommer ihre Förder- und Lieferkapazitäten kontinuierlich ausnutzen wollen, bieten sie Großkunden wie den Umweltbetrieben günstige Sommerpreise an.
Ein weiterer Grund jetzt einzulagern sei, unabhängiger von den Lieferungen zu sein, so Janssen. "Denn wenn einmal Lieferengpässe auftreten, erhalten zunächst die Flughäfen und Bundesautobahnen Nachschub. Dann erst kommen Landstraßen und Kommunen." Das neue Silo kostet gut 40 000 Euro, berichtet Janssen. "Wir hoffen, dass wir diese Summe über die günstigen Vorteilspreise im Sommer gegenfinanzieren können." Es ist voll verzinkt, damit es nicht rostet. Dadurch würde das eingelagerte Salz feucht werden und könnte nicht mehr in die Lkw abgelassen werden. "Außerdem wird dem Salz ein Antibackmittel zugesetzt, welches das Verklumpen von Salz durch Aufnahme von Luftfeuchtigkeit verhindern soll."
Auch beim Kreis Kleve bereitet man sich schon auf die Wintersaison vor. Auf dem Bauhof der Bauverwaltungsgesellschaft steht seit vier Wochen eine neu gebaute Halle. 1000 Tonnen Salz können hier zusätzlich eingelagert werden, um 270 Kilometer Kreisstraßen sicher eisfrei zu halten.
Ende September, wenn auf dem Bauhof alle drei Silos stehen und Salz bereit sind, werden die Vorräte dann auch bei den Umweltbetrieben aufgefüllt sein. Und der Winter dürfte kommen. "Zumindest würde er uns dann nicht mehr unerwartet treffen", sagt Janssen.
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