Kleve: Baum aus Bronze für den Forstgarten
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 23.09.2006Kleve (RPO). Prinz Johann von Moritz pflanzte Bäume, die in den Himmel strebten. Koekkoek malte sie. Guiseppe Penone setzte jetzt einen in Korrespondenz zum Museum Kurhaus und seiner Ausstellung, die dort eingerichtet wird, in den Forstgarten. Einen Baum aus Bronze. Besser: Einen Baumstamm mit Aststümpfen und einer kleinen, zarten Krone, die mit ihren zerbrechlichen Ästchen in schwindelerregender Höhe in die Luft greift. Über 16 Meter hoch, 30 Zentimeter im Durchmesser und 1,6 Tonnen schwer. Im Stamm der Zeder aus Bronze fehlt ein großes Stücke. Das steht später daneben, gibt dem leichten Baum die Erde. Dort, wo diese Leere im Stamm ist, wächst bald wieder ein neuer Baum: Penone möchte hier einen Ilex pflanzen. Und er malte das scharfkantig-stachelige Blatt der Stechpalme auf ein Stück Papier in seiner Hand.
Während die Ausstellung des berühmten Künstlers im Museum Kurhaus noch eingerichtet wird - seine Werke finden sich in allen großen Museen vom MoMA über die Tate Modern bis zum Centre Pompidou - wurde die Arbeit „Der Schatten der Bronze (L’Ombra del bronzo)“ jetzt im Forstgarten aufgestellt. Mit schwerem Gerät: Denn die drei Teile der Bronze-Zeder mussten zusammen gesetzt und auf ein tief in die Erde gelassenes Fundament (als sollte es länger dort halten) gesetzt werden. Als der Autokran das letzte Teil angefügt und Arbeiter der Umweltbetriebe die Krone aufsetzte, schien sich mit einem Mal das Gefüge des Gartens zu ändern: Genau im Schnittpunkt zwischen den Toren und mit Blick auf den Wandelgang im Kurhaus richtete sich der Baum auf, die Bronze schillerte im Sonnenlicht, das durch das Blattwerk der Bäume brach: Als sei die arbeit für diesen und nur diesen Garrten konzipiert. Ihr Flair versprühte sie aber auch schon in der Villa Medici in Rom und dem Forte Belvedere in Florenz: Ein nicht nur an Metern großes Werk. Die Ausstellung wird am 8. 10. eröffnet.
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