Kleve: „Haus Bernauer“ ist verkauft
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 22.12.2006Kleve (RPO). Es gibt nur wenige Straßen, die an Kleves Glanz und Gloria als Residenz- und später als Bade-Stadt erinnern. Das meiste ging im Krieg verloren. Eine ganz wichtige Achse ist die Tiergartenstraße, die aus der Stadt heraus zum Park führt, dorthin, wo im einstigen Kurhotel das Klever Museum ist. Entlang dieser Straße sind im Anschluss an Haus Koekkoek eine ganze Reihe alter klassizistischer Villen erhalten, die nicht nur den Krieg, sondern auch die Modernisierungswut der Nachkriegszeit überdauerten. Wunderschöne Häuser, eins wie das andere. Einige gehören der Stadt – und stehen zum Verkauf.
Das auffälligste, „Haus Bernauer“, wurde jetzt von der Stadt an den Kaufmann und Investor Klaus Vehreschild verkauft. „Herr Vehreschild wird das ehemalige Sozialamt in ein Alten- und Pflegeheim für 60 Heimbewohner umbauen bzw. erweitern. Der Umbau und Anbau wird die denkmalpflegerischen Vorgaben berücksichtigen. Der Baubeginn erfolgt voraussichtlich im Frühjahr 2007. Das neue Alten- und Pflegheim erhält den Namen ,Residenz zum Tiergarten’“. Das Haus wird mit Einzelzimmern und sechs Doppelzimmern ausgestattet sein.
Alle Zimmer sollen ein eigenes Bad und fast alle Zimmer einen eigenen Balkon erhalten. Klaus Vehreschild betreibt bisher schon erfolgreich das Haus Simon an der Tiergartenstraße sowie die Klosterresidenz in Bedburg-Hau/Till. Die Stadt Kleve erwirbt im Gegenzug das Altenheim Haus Simon an der Tiergartenstraße. Ein geschickter Zug: Denn damit kann das wertvollste Erbe Moritz von Nassaus, der Barockgarten, „arrondiert werden“, wie sich Kleves Bürgermeister Theo Brauer freute. Und Haus Bernauer bekommt eine sinnvoller Nutzung.
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