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Kleve: „Kleves Gesicht verändert“

VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 27.01.2007

Kleve (RPO). Gestern Abend ehrte die Stadt Kleve bei einem Empfang anlässliche ihres 80.Geburtstages im Museum Kurhaus die Garten- und Landschaftsarchitektin Rose Wörner, die die barocken Gartenanlagen Kleves wiederherstellte.

Rose Wörner, Museumsdirektor Drs. Guido de Werd und Kleves Bürgermeister Theo Brauer (von rechts).  Foto: RPO
Rose Wörner, Museumsdirektor Drs. Guido de Werd und Kleves Bürgermeister Theo Brauer (von rechts). Foto: RPO

Es begann mit einer Friedhofgestaltung. Der 29., um es genau zu nehmen. Und es gipfelte in der Wiederherstellung einer der bedeutendsten barocken Gartenlagen aus dem 17. Jahrhundert, die europaweit Beachtung fand und findet. Die Geschichte der Garten- und Landschaftsarchitekten Gustav und Rose Wörner und der Stadt Kleve ist eng miteinander verbunden – und gestern ehrten Stadt, Rat und Bürgerschaft Rose Wörner, die zusammen mit ihren 1997 verstorben Mann der Stadt Kleve ein „neues Gesicht gab“, so Bürgermeister Theo Brauer. Sie habe neben die für Kleve so typischen Denkmäler Burg und Stiftskirche die barocken Gartenanlagen gesetzt.

Minutenlanger Beifall rauschte durch den vollbesetzten Wandelgang des Museums Kurhaus, in der es als Kulisse kaum eine bessere hätte geben können, als die Werke Guiseppe Penones, in denen sich Natur und Mensch durchdringen.

Info

Wahre Gartenlust

Prof. Dr. Markowitz erinnerte daran, dass Rose Wörner gleich nach dem Krieg von 1945 bis 47 eine Gärtnerlehre machte, dann von ’49 bis ’57 in Hannover studierte und schon 1962 ein eigenes Büro in Wuppertal aufmachte, wo sie seit 1963 mit ihrem Mann Gustav zusammenarbeitete.

Die Sammlung von Rose und Gustav Wörner wurde im Klever Haus Koekkoek gezeigt. Empfehlenswert der dazu erschiene Katalog „Gartenlust“. Eine wahre Lust.

Mit Kämmerer

„Wir sind so oft nach Kleve gefahren, dass ich aufgehört habe, die Fahrten zu zählen“, bedankte sich Rose Wörner nach der Laudatio von Prof. Dr. Irene Markowitz und der Rede des Bürgermeisters. Es habe Freude gemacht, seit Mitte der 70er Jahre in Kleve mit einem engagierten Gremium zu arbeiten, dem auch der damalige Kämmerer angehörte, in dem Wilhelm Diedenhofen als Gartenforscher ebenso beteiligt war wie die Historiker Prof. Hilger und Dr. Gorissen und nicht zuletzt Museumsleiter Drs. Guido de Werd.

Phönix aus der Asche

„Alle haben sie den unschätzbaren Wert der Gartenanlagen, die Unverwechselbarkeit des Ortes erkannt und die Arbeiten gefördert“, erinnerte sich Rose Wörner gerne. Es sei ihr Bestreben gewesen, Schritt für Schritt die Anlage wiederherzustellen: Eine Anlage, die immer noch ihren barocken Ursprung erkennen lasse. Besonders schön sei in Kleve, dass sich alle Beteiligten wie auch die Bevölkerung für diesen Park begeistert haben. Ihre Sammlung bedeutender Ansichten und Stiche von über 40 europäischen Parks, die teils schon vergangen sind, gebe sie deshalb auch gerne an die Stadt Kleve. Wohl wissend, dass dies auch im Sinne ihres verstorbenen Mannes sei.

„Ich bin in solchen Augenblicken ein glücklicher Mensch und freue mich besonders, dass sie dieses Haus weiter fördern“, sagte strahlend Museumsdirektor Drs. Guido de Werd. Das Museum sei ein Ort, der vom Dialog zwischen Kunst und Natur lebe. Es sei ihr Verdienst, dass die Anlagen der Stadt wie ein Phönix aus der Asche emporgestiegen sei. De Werd: „Das ist ihre Leistung für Kleve in ihrem großen, mit Leidenschaft vollzogenem Werk“.

Foto
Aushängeschild: Die barocken Gartenanlagen – Blick über Kanal, Inseln, die Weiher udn den Cerestempel auf den Obelisken. Foto: RPO
Quelle: RP

 
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