Kleve: „Weltmusik“ aus drei Erdteilen
zuletzt aktualisiert: 06.09.2008Kleve (RPO). Schon in zwei Wochen startet die Konzertreihe „Weltmusik – Klangkosmos in NRW“ ins zweite Jahr. In einer Pressekonferenz stellten Ute Schulze-Heiming und Sarah Peters vom Stadtmarketing das neue Programm vor - nicht ohne Rückblick auf die bisherige Entwicklung. Oft habe sich der Besucher kurzfristig entschieden. So gingen einmal im Vorverkauf 15 Karten weg, während sich dann 135 Interessenten in der Kleinen Kirche einfanden. Die stehe künftig - auch wegen Terminüberschneidungen - nicht mehr zur Verfügung. Zudem werde die „Weltmusik“, die im kommenden Jahr durch mehr Städte unseres Landes ziehe, nur alle zwei Monate nach hier kommen. Der Kartenpreis bleibt bei 6 Euro, ein Abo gibt es für 25 Euro, Kinder im Vorschulalter haben freien Eintritt. An drei Sonntagen wird ins Kolpinghaus eingeladen Den Auftakt macht am 21. September (Beginn 17 Uhr) das Folk-Quartett „ulman“ aus Leipzig. Vor gut zehn Jahren legten die Uhlmann-Brüder mit ihrem Schlagzeuger ihr Debüt-Album vor. Selten sei eine Band mit europäischer Folklore so herzerfrischend respektlos umgegangen, heißt es von den vier Musikern.
Mit der vielsaitigen Drehleier, einem diatonischen Akkordeon, mit jazzigen Posaunenriffs und sanften Streichern sowie sensibler Perkussion sorgen sie für einen archaischen Klang-Cocktail, gemixt mit elektronischen Sounds. Am 8. November (nur diesmal am Samstag und um 19 Uhr) ist im Café Country (Albersallee) die Mexikanerin Martha Toledo mit Liedern der Zapoteken zu hören.
Sängerin und Fotografin
Als Sängerin und Fotografin widmet sie ihre Arbeit dem Lebenszyklus der Frauen in Juchitan im Süden ihres Landes. Sie singt und erzählt von der funktionierenden matriarchalichen Gesellschaft ihrer Heimat. Im gleichen Lokal hat sich für den 25. Januar die Tschechin Zuzana Lapcikova angesagt, die auch wegen ihrer großen Offenheit gegenüber verschiedenen Einflüssen als charismatische Grenzgängerin zwischen Folk und Kunstmusik wie als Meisterin grenzüberschreitender Musikformen gilt. Im Kolpinghaus tritt am 22. März das Garifuna Women Trio aus Belize auf der mittelamerikanischen Halbinsel Yukatan auf. Es kommt mit Paranda, einer aussterbenden Kunst.
Sie mischt in der seit 100 Jahren unveränderten Musik rau und ungeschliffen westafrikanische Polyrhythmen mit karibischen Frohsinnsmelodien unter Einbeziehung von Frage- und Antwort-Gesängen, wie man sie von den Gospels kennt. Am gleichen Ort stellt sich am 24. Mai die Ndera Troupe mit Sängerin aus Uganda vor. Eine der wichtigsten dortigen Stile ist die Amadinda-Musik mit einem zwölfstäbigen Xylofon, von der sich u. a. John Cage und György Ligeti inspirieren ließen.
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