Kleve: „Wir essen viel zu viel Salz“
VON VIVIAN KLEIN - zuletzt aktualisiert: 23.05.2007Kleve (RPO). kreis kleve Kein Tag vergeht im St.-Antonius-Hospital in Kleve, ohne dass ein Patient mit Herzinfarkt oder Schlaganfall eingeliefert wird. „Die Ursache, der Bluthochdruck, ist eine echte Volksseuche geworden“, äußert sich Dr. Rolf Willi Grunewald, Chefarzt der Dialyse-Station, heftig. Dabei kann Bluthochdruck und damit das Infarktrisiko leicht gesenkt werden – wie, können RP-Leser exklusiv in einer Telefonaktion am Donnerstag, 24. Mai, zwischen 18.30 und 19.30 Uhr von Dr. Grunewald erfahren unter der Telefonnummer 02821/59822, bei der Rheinischen Post..
Das gefährliche an Bluthochdruck sei, dass er keine Schmerzen verursache, so Grunewald. „Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass sie einen zu hohen Blutdruck haben. Im Alter über 60 Jahre sind mehr als 50 Prozent betroffen. Die Hälfte der Erkrankungen vielleicht ist erkannt und davon wird nur die Hälfte behandelt. In Amerika ist es Pflicht, dass bei jedem Arztbesuch, ob Hausarzt oder Gynäkologe, der Blutdruck gemessen wird, und dort gibt es viel weniger Schlaganfälle oder Nierenversagen.“
Eine Frage des Lebensstils
Im Prinzip ist Bluthochdruck lediglich eine Frage des Lebensstils – und daher weitgehend vermeidbar, erklärt Grunewald. „40 Prozent der Bluthochdruck-Fälle kommen durch Übergewicht zu Stande. Deshalb finde ich auch das Regierungsprogramm „fit statt fett“ hervorragend.“ Hier hat der Chefarzt beeindruckende Zahlen zu bieten: In Amerika, so erstaunlich es klingt, gibt es solche Anti-Fett-Programme schon länger. Und während 50,7 Prozent der Deutschen übergewichtig seien, so Grunewald, seien es in den USA nur 21,8 Prozent. „Menschen mit Bluthochdruck können nur durch Gewichtsreduktion und ganz ohne Medikamente gesund werden“, verdeutlicht Grunewald noch einmal.
Die zweite Hauptursache für Bluthochdruck – gefolgt von Bewegungsmangel, zu viel Alkohol und Tabak – ist ein zu hoher Kochsalzkonsum. „Sechs bis acht Gramm pro Person und Tag wären gut, in Deutschland liegen wir jedoch bei 15 Gramm am Tag“, belegt der Arzt das Problem wieder mit Zahlen. Der zu hohe Saltzkonsum sei für viele Dinge verantwortlich, eben auch für den Herzinfarkt eben weil der Blutdruck hochgetrieben wird.
Geschmack wird erlernt
„Geschmack wird auch erlernt“, erklärt Grunewald weiter. „Deshalb ist es für Erwachsene meist schwer, ihren Salzkonsum zu senken, aber wir können und müssen unseren Kindern von Anfang an gesunde Ernährung beibringen.“ Zum Beispiel mit wenig Salz, das die Kinder dann auch nicht vermissen würden. „Wenn die Menschen vernünftig Leben, sind Medikamente gegen Blutdruck oft nicht notwendig. Das müsste doch eine attraktive Aussicht sein.“
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