Kreis Kleve: Bessere Berufschancen für Langzeitarbeitslose
VON LUDGER DISTELKAMP - zuletzt aktualisiert: 23.08.2010 - 10:28Kreis Kleve (RPO). Die Zahl der Vermittlungen von Langzeitarbeitslosen im Kreis Kleve ist erneut gestiegen. Im Juli hätten 366 Menschen eine neue Berufsperspektive bekommen; im Juni seien es 363 Frauen und Männer gewesen.
Die Zahl im Juli sei wesentlich höher gewesen als im Vergleichsmonat des vergangenen Jahres mit 242, freute sich gestern Landrat Wolfgang Spreen. Der Kreis ist bekanntlich als "Optionskommune" für die Vermittlung der Langzeitarbeitslosen zuständig, die über ein Jahr ohne Beschäftigung sind.
Positive Erwartungen
Die besseren Berufschancen für Langzeitarbeitslose seien auf die anziehende Konjunktur und die positiven Erwartungen der Unternehmen zurück zu führen, die offensichtlich deutlich besser seien als im vergangenen Jahr, sagte der Landrat.
Von den 366 vermittelten Menschen im Kreis hätten unter anderem 40 eine Teilzeitstelle, 140 einen 400-Euro-Job und 175 eine Vollzeitbeschäftigung bekommen. Der Anteil der Menschen, die eine Vollzeit-Stelle erhalten hätten, liege in Kranenburg, Emmerich und Kevelaer deutlich über 50 Prozent. 140 Familien im Kreis seien dadurch in die Lage versetzt worden, wieder unabhängig von Hartz IV II zu leben, so Spreen. Die anderen Arbeitnehmer bekommen staatliche Zuschüsse, weil trotz des Einkommens durch die Berufstätigkeit das staatlich garantierte Existenzminimum nicht erreicht wird. "Das zeigt, dass viele Menschen trotzdem engagiert sind und nicht vom Arbeitslosengeld II leben wollen", sagte der Landrat. Derzeit leben 14 474 Einwohner im Kreis von Hartz IV.
Die Ausgaben dafür V lagen für die Steuerzahler bis zum Juli in diesem Jahr bei etwa 50 Millionen Euro für den Kreis Kleve. Von dieser Summe muss der Kreis zwölf Millionen Euro schultern, um die Warmmiete der Familien zu bezahlen. 38 Millionen zahlt der Bund. Die Finanzierung des Arbeitslosengeldes II hat bislang in diesem Jahr jedem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis 93,72 Euro gekostet.
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