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Niederrhein: Bonk - der Blauschäfer

VON CORNELIA KRSAK - zuletzt aktualisiert: 08.08.2012
70 Städte hat Rainer Bonk seit 2009 mit seiner blauen Friedensherde bereist. "Unser Ziel sind 250 Städte", sagt der Rheinberger.  Foto:  armin fischer
70 Städte hat Rainer Bonk seit 2009 mit seiner blauen Friedensherde bereist. "Unser Ziel sind 250 Städte", sagt der Rheinberger. Foto: armin fischer

Niederrhein (RP). Der Einsatz für die Kunst und sein soziales Engagement treiben Rainer Bonk an. Mit einem neuen Projekt möchte der Rheinberger Künstler auf das Thema Organspende aufmerksam machen. Sein Markenzeichen: blaue Schafe.

Blau ist die Farbe der EU, der Vereinten Nationen, der Unesco und der Europäischen Friedensbewegung. Und es ist die Farbe von Rainer Bonk. Der Rheinberger Künstler, den viele nur den "Blauschäfer" nennen, reist mit seiner blauen Friedensherde quer durch Europa. Die blauen Polyester-Schafe weiden auf öffentlichen Plätzen europäischer Metropolen, um den Blick auf das Verbindende zu richten. "Alle sind gleich. Jeder ist wichtig", lautet das Motto der Kunstaktion, die Ende 2009 in Venedig ihren Anfang nahm. 70 Städte haben Bonk und seine Partnerin Bertamaria Reetz seitdem bereist. "Unser Ziel sind 250 Städte. Nächstes Jahr haben wir eine größere Reise durch Polen vor", erzählt Bonk.

Info

Die Serie

Künstler am Niederrhein – so heißt die aktuelle Serie der Rheinischen Post.

Sie widmet sich in den Sommerferien vor allem den bildenden Künstlern, die in der Region tätig sind und waren.

Die Serie beleuchtet nicht nur den Werdegang, sondern auch deren Werk und Wirkung.

Internet Alle Folgen der Serie unter www.rp-online.de/wesel

Der 67-Jährige stammt gebürtig aus Lemgo und ist in Duisburg aufgewachsen. Nach Stationen in Kassel, Freiburg und Kiel lebt und arbeitet er seit rund 20 Jahren in Rheinberg und Köln. Seine kreativen Wurzeln liegen im Schmuck- und Produktdesign. Seit 1998 beschäftigt er sich mit Kunst- und Aktionskonzepten im öffentlichen Raum. "Das Schaf ist unser Markenzeichen geworden", sagt Bonk. Für ihn ist der Gedanke zentral, der hinter der Aktion steht.

Durch ihre individuelle Positionierung in der Herde wirken alle Tiere verschieden, doch tatsächlich gleicht ein Schaf exakt dem anderen. "Diese simple Symbolik versteht jeder", meint Bonk, der mit seinen Friedensschafen für Toleranz gegenüber ethnischen, religiösen oder kulturellen Unterschieden werben möchte. Als Zeichen für die Verbundenheit der beteiligten Städte verbleibt immer ein Schaf im Rathaus der jeweiligen Stadt. Der Einsatz für die Kunst und sein soziales Engagement treiben Rainer Bonk an. Mit einem neuen Projekt möchte der Künstler auf das Thema Organspende aufmerksam machen. Dazu geht er, wie schon bei seiner Aktion um die kunterbunte Hühnerdame "Schantall", die vor allem in Köln Furore machte, in die Schulen. "Die Freude der Kinder an der Kunst bezieht sich nicht nur auf die Kreativität an sich. Sie kann auch zielgerichtet sein", sagt Bonk.

Durch die Verbindung kunstpädagogischer und karitativer Zielsetzungen möchte er neben der schöpferischen Gestaltungsfreude auch das Wir-Gefühl und die Bereitschaft zur Übernahme sozialer Verantwortung stärken, aber ohne erhobenen Zeigefinger. Das soziale und räumliche Umfeld von Menschen in seine künstlerischen Konzepte einzubinden, ist ein Anliegen Bonks. Thematisch festlegen möchte er sich nicht. Ihm ist es wichtig, zu unterschiedlichen Themen Stellung zu beziehen und Denkanstöße zu geben.

Mit seinen Blauschafen würde er gerne demnächst das Sommerfest von Bundespräsident Joachim Gauck auf Schloss Bellevue bereichern. Die ungeteilte Aufmerksamkeit der Partygäste wäre dem Blauschäfer vom Niederrhein mit seiner Friedensherde sicher.

Quelle: RP/ac
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