Bedburg-Hau: Brückenschlag
VON TOBIAS KLEINEBRAHM - zuletzt aktualisiert: 08.05.2007Bedburg-Hau (RPO). In einem neuen Kompetenzzentrum koordinieren die Rheinischen Kliniken Bedburg-Hau und das HPH-Netz Niederrhein die Behandlung und Betreuung psychisch erkrankter Menschen mit geistiger Behinderung.
Über vier Wochen lang arbeiteten rund zwei Dutzend Patienten und Therapeuten des Behandlungszentrums für psychisch erkrankte Behinderte in Bedburg-Hau an dem Projekt „Brückenschlag“. Das Ergebnis steht auf einer Wiese auf dem Gelände der Rheinischen Kliniken: eine überwiegend aus Holz gefertigte Brücke, verziert mit einigen Silhouetten von Patienten, die daran mitgewirkt haben. „Es war schön zu sehen, wie hier Patienten mit den unterschiedlichsten Erkrankungen ohne Scheu zusammen gearbeitet haben“, berichtet Ergotherapeut Holger Eloo, der gemeinsam mit seiner Kollegin Stefanie Becker das Projekt initiiert hatte – ein Projekt, das nicht nur therapeutischen Zwecken diente, sondern auch Symbolcharakter hat.
Denn dieses Projekt steht auch für den Brückenschlag zwischen den beiden benachbarten Einrichtungen für ambulante und stationäre Behandlung psychisch erkrankter Menschen mit Behinderung. Ab 2004 intensivierten die Rheinischen Kliniken Bedburg-Hau und das HPH-Netz Niederrhein ihre Zusammenarbeit mit dem Ziel, die Versorgung geistig Behinderter zu optimieren. „Diese Menschen haben ganz spezielle Bedürfnisse, denen wir hier gerecht werden können“, sagt Dr. Marie Brill von der Betriebsleitung der Rheinischen Kliniken. Seit Dezember letzten Jahres bilden die Einrichtungen für stationäre und ambulante Behandlung psychisch erkrankter Behinderter in Kooperation mit dem HPH-Netz ein Kompetenzzentrum, in dem 16 Patienten stationär und etwa 700 Patienten ambulant behandelt werden von Ärzten, Pädagogen, Pflegern und Therapeuten.
„Entscheidend ist der fachliche Austausch zwischen den Stationen“, sagt Oberärztin Barbara Eckert, Leiterin des Kompetenzzentrums. Durch wechselseitige Hospitationen, gemeinsame Fortbildungen und Projekte haben die Mitarbeiter Strukturen geschaffen, die den Bedürfnissen psychisch erkrankter Menschen gerecht werden. „Die Patienten sind nun keine Unbekannten mehr, wenn sie von der Ambulanz zur Station oder umgekehrt wechseln. Wir kennen ihre Behandlungsschwerpunkte, an denen wir ansetzen müssen“, so Barbara Eckert. Zunächst werde aber immer versucht, die Behandlung ambulant durchzuführen, und nur im Notfall würden Patienten stationär aufgenommen.
Seit Herbst 2006 sind die beiden Stationen des Kompetenzzentrums schon in zwei benachbarten Häusern auf dem Klinikgelände untergebracht. Demnächst sollen sie auch durch einen Verbindungstrakt zwischen den Häusern noch näher zusammen rücken. Dort, im Garten zwischen den Häusern 44 und 45, soll dann auch die Brücke ihren endgültigen Platz bekommen als Zeichen der Kooperation.
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