Kleve: Brückenschlag für den Frieden
zuletzt aktualisiert: 13.11.2008Kleve (RPO). Bürgermeister Theo Brauer pflanzte mit Schülerinnen und Schülern und dem Verein Nachbarn ohne Grenzen an der Wilhelm-Frede-Schule in Rindern eine Zeder gegen das Vergessen. Eine von der Kisters-Stiftung gefertigte Gedenktafel, die vor dem Baum aufgestellt wird, erklärt die Verbindung zum Namenspatron der Schule. Sie trägt die Inschrift: „Dieser Baum wurde gepflanzt in Erinnerung an Max Gonsenheimer. Er pflanzte in Jad wa Shem Bäume zum Gedenken an Wilhelm Frede.“
Während der Novemberpogrome 1938 stellte Wilhelm Frede einige Jungen zur Rede, die das Haus des Juden Bernhard Gonsenheimer mit Steinen bewarfen. Dabei wurde er von einem Passanten beschimpft und später vor der Gestapo denunziert. Dieser Vorfall war einer der Gründe für die spätere Verhaftung Wilhelm Fredes. Zum Gedenken an Fredes selbstlosen Einsatz für seine jüdischen Mitbürger pflanzte Bernhard Gonsenheimers Neffe Max Gonsenheimer in Jad wa Shem Bäume und reihte ihn so in die Zahl der „Gerechten der Völker“ ein. Die nun in Kleve gepflanzte Zeder dient als als Zeichen für den Frieden. Das Schulorchester mit Sarah van Gemert, Jennifer Blümner, René Thyssen, Jaqueline Thyssen, Christina van Haaren, Lisa-Marie Mooren und Sebastian Schoemakers spielte das Stück „Slow Motion“, Ann-Kathrin Biermann, Rojda Adar und Anke Huber trugen ein jüdisches Gebet vor. Paul Gerhard Küsters sprach in dankbarer Erinnerung von Max Gonsenheimer und Wilhelm Frede, Pfarrer Fritz Leinung verlas einen 1989 verfassten Brief von Max Gonsenheimer an Klever Bürger: „…Und nun strahlt das, was Wilhelm Frede für uns tat, wiederum aus, öffnet Ihre Herzen und dadurch auch das meine, um einen Brückenschlag zu meiner alten Heimat zu ermöglichen…..“ Frits Gies beendete die Feierstunde mit einem jüdischen Gebet.
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