Kleve: Busfahren wird teurer
zuletzt aktualisiert: 11.06.2008Kleve (RPO). Höhere Spritpreise sind nicht nur für die Autofahrer ein Thema. Wie sie sich auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auswirken, schildert Josef Kannenberg, Leiter der ÖPNV-Niederlassung Kleve bei der NIAG, im Gespräch mit RP-Redakteur Ludger Distelkamp. Die Niederlassung Kleve ist für die Organisation und Abwicklung des ÖPNV der NIAG im Kreis Kleve, der Stadt Bocholt sowie für die von der NIAG betriebenen Buslinien auf niederländischem Gebiet zuständig.
Stellen Sie beim Blick in Ihre Busse fest, dass die hohen Spritpreise mehr Fahrgäste in den Öffentlichen Nahverkehr bringen?
JosefKannenberg Permanente Fahrgastzählungen und damit genaue Daten liegen uns nicht vor. Wir haben jedoch aus unseren Verkehrsbeobachtungen den Eindruck, dass gerade auf den Linien mit größeren Entfernungen, zu gewissen Zeiten eine erhöhte Fahrgastnachfrage festzustellen ist. Es ist davon auszugehen, dass auch Berufspendler vermehrt auf die Nutzung des Nahverkehrs setzen.
Wie ist Ihr Unternehmen von den gestiegenen Treibstoffpreisen betroffen - wie viel mehr als kalkuliert müssen Sie nun ausgeben?
Kannenberg Der Einkaufspreis für Dieselkraftstoff hat sich von Mai 2007 bis Mai 2008 um 30 Prozent verteuert. Das bedeutet allein für den Standort Kleve für die ersten vier Monate des Jahres 2008 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum Mehrkosten von rund 100 000 Euro.
Lassen sich die Mehrkosten auffangen, oder wird es deswegen eine Tarifanpassung geben. Falls ja, wann?
Kannenberg Alle Maßnahmen, den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren, wie z. B. Vermeidung von Leerkilometern, die Schulung der Mitarbeiter/-innen zu einer wirtschaftlichen Fahrweise oder auch technische Maßnahmen an Fahrzeugen, werden und wurden bereits umgesetzt. Die Mehrkosten lassen sich nicht gänzlich durch solche Maßnahmen auffangen. Daher ist eine Tarifanpassung zum 1. August 2008 notwendig.
Danke für das Gespräch
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