Kreis Kleve: Carnevale di Bari in Weeze
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 05.02.2010 - 11:09Kreis Kleve (RPO). Närrisch ging's gestern am Airport zu: Zum Erstflug Bari-Niederrhein und zurück kamen Prinzenpaar und Garde aus Goch, Bürgermeister, Monsignores und Harlekine gaben sich die Ehre. Außer Karneval lockt in Süditalien der Strand.
Etwas irritiert sehen sich einige der dunkelhaarigen, in dicke Daunenjacken gehüllten Passagiere um, als sie vom soeben gelandeten Flugzeug aus übers Rollfeld Richtung Flughafengebäude marschieren. Nicht etwa die obligatorische "Ryanair-pünktlich-Fanfare" hören sie hinter sich, sondern närrische Klänge der Musiker von "Carnivale di Putignano". Zum Erstflug Bari-Weeze haben die Süditaliener nämlich nicht nur Medienvertreter mitgebracht, sondern auch Karnevalisten. Putignanos Bürgermeister Angelini de Miccolis Gianvincenzo wurde nicht zuletzt von einem schwarz Monsignore in schwarzer Soutane begleitet – Don Camillo und Peppone?
Mehr Maschinen
Ryanair-Pressesprecherin Henrike Schmidt nutzte den Bari-Erstflug für einen Bericht über die erfolgreiche Entwicklung der Airline, die Marktführer in Europa werden will. "Die Fluggäste legen keinen Wert mehr auf die Marke, sondern auf den günstigen Preis", versicherte sie. Ryanair wächst und wird noch 13 Maschinen auf seine Basen verteilen. Die nächsten Erstflüge ab Weeze sind Oslo, Stettin und Lappeenranta.
Mit Pauken und Trompeten
Der Niederrhein erwies sich als guter Gastgeber und hatte gleich zwei Rathauschefs zu bieten: Ulrich Francken aus Weeze und Karl-Heinz-Otto aus Goch. Der begrüßte die Weitgereisten gar mit Pauken und Trompeten, hatte nämlich die KCC-Prinzengarde samt Tänzerinnen und Spielmannszug dabei. Und das Prinzenpaar. Eine echte Herausforderung für die Sicherheitsmitarbeiter, denn all das Lametta und die Instrumente mussten kontrolliert werden. Daniela I. bekannte freimütig, man habe ihren langen Rock angehoben und sie gründlich abgetastet. Das Krönchen ihrer Lieblichkeit wurde genau so gründlich wie die schwere Amtskette von Prinz Christian I. inspiziert. Die dicke Pauke des Musikzugs passte nicht durch die Schleuse – sie erfuhr als "sperriges Gut" eine Sonderbehandlung.
Seit gestern verbindet Ryanair dreimal in der Woche das süditalienische Bari mit dem Niederrhein. Die Stadt Putignano, etwa 70 Kilometer südlich der Hafenstadt am adriatischen Stiefelabsatz gelegen, dürfte insbesondere für Badeurlauber interessant sein.
Albano Versienti, Mitarbeiter der Gocher Stadtverwaltung, der als Dolmetscher dabei war, kennt die Region gut – sein Eltern leben dort. "In Apulien treffen Sie am Strand noch vorwiegend Italiener", berichtet er. Dennoch sei in den vergangenen Jahren viel in die touristische Infrastruktur investiert worden.
Dass der Karnevalsclub Concordia dabei war, hat einen besonderen Grund: Er stellt seit 2009 die Ehrengarde des Airport Weeze. Die hiesigen Karnevalisten hatten nicht damit gerechnet, dass die Gäste aus Süditalien als Harlekine, Priester oder lustige Witwen daher kamen (Apulien feiert Carnivale mittelalterlich mit Maskenbällen und Umzügen).
Gesungen und geschunkelt wurde bis zum baldigen Rückflug gesamteuropäisch. Samstags, dienstags und donnerstags um 13.25 Uhr geht's ab sofort nach Bari. Der Rückflug findet an den selben Tagen vormittags statt.
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