Kreis Kleve: CDU: 93,8 Prozent für Bergmann
VON JÜRGEN LOOSEN - zuletzt aktualisiert: 04.12.2009 - 20:30Kreis Kleve (RPO). Rekord-Beteiligung im Bürgerhaus Uedem: 392 Mitglieder der CDU-Kreispartei wählten am Donnerstagabend den neuen Vorstand und bewiesen Geschlossenheit - ohne jeden Streit. Blumen für die scheidende Chefin Ulrike Ulrich.
Die Kreis Klever CDU hat am Donnerstagabend im Uedemer Bürgerhaus bei einer Rekord-Beteiligung von 392 Mitgliedern einen eindrucksvollen Neuanfang gemacht: Der 44 Jahre alte Kalkarer Fraktionschef Dr. Günther J. Bergmann löst die nicht mehr angetretene Ulrike Ulrich im Amt des CDU-Kreisparteichefs ab. Sein um 19.04 Uhr verkündetes Resultat: Bergmann bekam bei 365 abgegebenen gültigen Stimmen: 332 Ja-Voten, 22 sagten Nein, elf enthielten sich, das sind stolze 93,8 Prozent.
Der Vorstand
Ihm zur Seite als Stellvertreter stehen Jörg Cosar (Kleve), Maria Ingenerf (Uedem) und Jens Röskens (Straelen). Schatzmeister bleibt Finanzminister Dr. Helmut Linssen, sein Vize ist Dr. Klaus Krebber aus Emmerich, Schriftführer Dr. Frank Wackers aus Kevelaer, Pressesprecherin Bärbel Schreiber aus Goch.
Dr. Günther J. Bergmann wurde 1965 in Kalkar geboren, dort baute er auch sein Abitur, absolvierte seinen Wehrdienst, studierte in Mainz und promovierte dort auch zum Dr. phil., ehe er nach beruflichen Stationen in Mülheim und Wesel sich vor zehn Jahren als selbstständiger Unternehmensberater in seine Heimat Kalkar zurückkehrte. Er war viele Jahre im JU-Kreisvorstand und sitzt seit 1992 auch im CDU-Kreisvorstand als Beisitzer.
„Nach fast 15 Jahren im Vorstand stehe ich heute als Vorsitzende nicht mehr zur Verfügung”, hatte Ulrike Ulrich in ihrem Bericht betont. Dass die anfangs großen Trennungen zwischen Nord und Süd sowie links und rechts des Rheins noch immer nicht ganz überwunden seien, „habe ich vor einigen Tagen selbst erfahren”, blickte Ulrich auf die Landtagskandidatur zurück. „Wir brauchen keine Querelen, sondern ich hoffe auf ein herausragendes Ergebnis als Rückenwind für meinen vorgeschlagenen Nachfolger”. Ulrich listete Erfolge und Eckpfeiler der letzten Jahre auf und bedankte sich vor allem bei den Weggefährten Ronald Pofalla und Theo Brauer. „Mir hat die Arbeit immer Spaß gemacht”, sagte Ulrich zum Abschied vom Parteichef-Amt.
"Die Mehrheiten müssen bei uns bleiben"
Nach dem kurzen Kassenbericht von Finanzminister-Schatzmeister Dr. Helmut Linssen, der von einem Jahresetat von einer Viertel Million Euro sprach und aufrief, man brauche angesichts dreier Wahlen in diesem Jahr „noch Spenden bis Weihnachten, um den Jahresausgleich zu schaffen” und der Entlastung des alten Vorstands wurde Bergmann als einziger Kandidat vorgeschlagen, trat ans Mikrofon und stellte sich kurz vor. „Ich lebe schon lange mit der Politik, aber nicht von der Politik”, sagte der Unternehmensberater aus Kalkar, der sich „nach 48 Stunden Bedenkzeit dazu entschlossen hatte, mich in die Pflicht nehmen zu lassen und das mit meinem beruflichen Engagement zu vereinbaren”. Ihm gehe es um eines: „Ob in Rheurdt oder Elten, die Mehrheiten müssen bei uns bleiben. Wir sind echt stark! Und wir haben nicht alle Wahlen gewonnen, weil wir ein zerstrittener Haufen sind”. Er wolle „nicht Probleme groß reden, sondern unsere Stärken betonen, dazu will ich in den nächsten zwei Jahren meinen Teil beitragen. Es geht darum, aus Fehlern zu lernen und heute ein Zeichen zu setzen”.
Was im Resultat auch klar zum Ausdruck kam: „Das ist das Signal, das wir jetzt brauchen”, freute sich Bergmann und überreichte einen Blumenstrauß an Ulrike Ulrich, „die eine Hälfte für die tolle Arbeit, die du noch für uns leisten wirst”. Langanhaltender Applaus im Saal für beide.
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