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Bedburg-Hau: Chaos im Kunsthaus

VON SYBILLE MÖCKL - zuletzt aktualisiert: 21.09.2010

Bedburg-Hau (RPO). Künstler aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland haben sich zwei Wochen lang mit dem Thema "Chaos" beschäftigt. Aus ihren Ideen und unterschiedlichen Arbeiten entstand eine Ausstellung im Kunstlabor ArToll. Noch bis Sonntag ist sie dort zu sehen.

Yvonne Halfen stellt Tonmännchen an blauen Kabeln aus.   Foto: RPO
Yvonne Halfen stellt Tonmännchen an blauen Kabeln aus. Foto: RPO

Es fängt mit Chaos an, wenn die Künstler die Räume im Kunstlabor ArToll beziehen. Jetzt, zwei Wochen später, steht die Ausstellung, aber Chaos herrscht immer noch. Denn das ist das Thema der derzeit laufenden Ausstellung. "Chaos war Alles und Nichts, bevor es etwas war" sagt Vincent van Delft, neben Yvonne Halfens und Peter Bremer einer der Leiter der niederländischen Gruppe "De Familie" die das Projekt ins Leben gerufen haben. "Chaos ist das Gegenteil von Struktur. In Chaos kann man nicht leben, in reiner Struktur auch nicht. Das Leben bewegt sich immer zwischen diesen beiden Polen."

Chaos und Struktur

Genau das zeigt van Delft auch in seinem Ausstellungsraum. Auf der einen Seite des Raumes herrscht noch künstlerisches Chaos. Die andere Seite ist ausstellungsgerecht aufgeräumt. Aus Zeitungspapierbahnen und ihrer Verpackung hat van Delft Gebilde erschaffen, die jetzt an Fäden im Raum hängen. "Auch das weiße Zeitungspapier ist Nichts, bevor es etwas wird", erklärt er seinen Ansatz. "Hier wird es zu Urformen, die man aus ungewöhnlichen Perspektiven betrachten kann." Jede Künstlerin und jeder Künstler bringen ihre eigenen Qualitäten und ihre individuellen Arbeitsweisen ein, um das Chaos zu bearbeiten. "Wir haben ihnen geraten, ins ArToll zu kommen, ohne zu wissen, was sie machen wollen", sagt van Delft. So hätten alle die Freiheit, entstehen zu lassen was ihnen gerade in den Kopf kommt.

Info

Chaos im ArToll

Die Ausstellung ist ab heute, 21. September, bis kommenden Sonntag, 26. September, jeweils 13 bis 17 Uhr im Kunstlabor ArToll, Haus 6, Zur Mulde 10, in den Rheinischen Kliniken zu sehen.

Die Künstler sind Peter Bremer, Theo van Delft, Ger Driessen, Christel van Hoeckel, Lothar Krone, Mieke Smits, José veugen, Marc Eijck, Alda Snopejk, Vincent van Delft, Yvonne Halfens, Sybilla Weisweiler, Anna Grunemann, Christa Burger, Bernard Verhoeven, Kees van Raaij, Nora van Dam.

Yvonne Halfen zum Beispiel hat unterschiedlich große Tonmännchen an die Kette, beziehungsweise blaue Seile, gelegt. Mal liegen diese ordentlich um sie herum drapiert, mal führen sie in einem Wirrwarr aus Knoten an die Heizung oder die Steckdose. "Sozusagen als Energiequelle", erklärt Halfen.

In den hinteren Räumen hat Kees van Raaij seine ungewöhnlichen Objekte ausgestellt. Objekte wie "Evolution", "Nur im Notfall", "Muscascoop" oder "Das Büro" warten auf Besucher. Auf der Terrasse steht ein Schattenmesser, ein umfunktioniertes Gaussmeter, das normalerweise die magnetische Feldstärke misst. Hier schlägt er aber nicht mehr energisch aus, sondern registriert die Schattenwirkung der Baumkronen und schaukelt daher gemächlich im Rhythmus der schwingenden Blätter hin und her.

Christel van Hoeckel hat ganzen Geschwadern von nackten Barbiepuppen ein chaotisches Heim organisiert, während der Potsdamer Lothar Krone sich mit nichts Geringerem als der Entstehung der Welt aus dem biblischen Tohuwabohu beschäftigt hat. Peter Bremer zeigt ein Wirrwarr aus Strichen auf großformatigen Leinwänden, Ger Driessen Kindergesichter auf bemalten Tüchern. Bei der Malerin Sybilla Weisweiler fügen sich unendlich viele Farbquadrate aus Distanz zu sehr realen Bildern zusammen. Jeder Raum ist anders: anders spannend und anders chaotisch.

Foto
Die schwebenden Objekte von Vincent van Delft kann man aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Foto: RPO
Quelle: RP

 
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