Kleve: Colt investiert eine Mio. Euro
VON MARC CATTELAENS - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012Kleve (RP). Die Firma will in diesem Jahr in Kleve eine neue Halle bauen und ihren Maschinenpark erweitern. SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks zeigte sich begeistert von innovativen Produktentwicklungen.
Die Colt International Gmbh baut ihren Standort in Kleve aus. In diesem Jahr will die Firma, die Anlagen im Bereich Brandschutz, Klimatechnik, Lüftung und Sonnenschutz entwickelt und herstellt, rund eine Million Euro in den Klever Firmensitz investieren. Dies gab Geschäftsführer Lukas Verlage anlässlich eines Besuchs von SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks bekannt. So soll auf dem Firmengelände am Spoykanal eine neue, zweistöckige Halle für Montage und Archiv entstehen. Außerdem investiert Colt rund 400 000 Euro in den Maschinenpark mit dem Ziel, die Produktion in Kleve weiter auszubauen.
Hendricks sprach von einer "bemerkenswerten Entwicklung", die Colt in Kleve genommen habe. Besonders erfreulich sei, dass der Anlagenbauer seit dem Jahr 2009 auch wieder in der Schwanenstadt produziert, nachdem er im Jahr 1999 die Produktion in Kleve eingestellt hatte. Verlage bekräftigte, dass der Betrieb seitdem kontinuierlich gewachsen sei. Ungewöhnlich für einen deutschen Industriebetrieb hingegen sei, so Hendricks, dass Colt rund 70 Prozent seines Umsatzes in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien erwirtschaftet.
Die Colt-Gruppe
Gründung 1931. Niederlassung in Deutschland: 1966
Vertretungen Die Colt-Gruppe hat Standorte in 75 Ländern.
Geschäftsbereich Brandschutz, Klimatechnik, Sonnenschutz und Tageslichttechnik
Jahresumsatz 184 Millionen, davon 52 Millionen bei der Colt International GmbH mit Sitz in Kleve
Mitarbeiter International: 270, in Kleve: 124
Verlage erläuterte aktuelle Projekte. So hatte Colt die Technik für ein Null-Energie-Hotel in München geliefert, das im vergangenen Jahr in Betrieb genommen wurde und seither störungsfrei läuft. Für eine perfekte Energiebilanz sorgen Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen. Außerdem arbeitet Colt an innovativen Lösungen zur Energiegewinnung.
Eine Technik, die derzeit erprobt wird, ist der Einsatz von Algen für eine Bioreaktorfassade. Die Algen werden beispielsweise an Hotels zwischen zwei Lagen Glas angesiedelt und produzieren Methangas, das anschließend verbrannt wird. "In diesen Projekten steckt sehr viel Potenzial. In anderen Ländern steht die Energiewende noch bevor. Gerade auch international hat die von Colt eingesetzte Technik viel Zukunft", sagte Hendricks.
Colt könne für dieses und das kommende Quartal eine gute Auftragslage vorweisen, betonte Verlage. Er peilt an, den Jahresumsatz von zuletzt 52 Millionen Euro in diesem Jahr leicht zu übertreffen. Davon würde nicht zuletzt auch die heimische Wirtschaft profitieren. Pro Jahr vergebe Colt Aufträge im Umfang von fünf Millionen Euro an Betriebe aus dem Kleverland, sagte Verlage.
Derzeit sind in Kleve 124 Mitarbeiter beschäftigt, 100 davon sind Techniker beziehungsweise Ingenieure. Im Bereich Klimatechnik möchte das Unternehmen weiteres Personal einstellen.
Kürzlich wurde Colt als das "wirtschaftsaktivste Unternehmen im Kreis Kleve" ausgezeichnet. Mit der Investition von einer Million Euro in diesem Jahr will Colt diesen Titel verteidigen.
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