Kleve: Crazy Steps erobern Las Vegas
VON LENA VERFÜRTH - zuletzt aktualisiert: 28.07.2008Kleve (RPO). Die sieben Tanztalente der Crazy Steps aus Kleve haben es geschafft: Sie haben sich bei den deutschen
Street Dance Masters für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Morgen geht’s los: Zur WM in Las Vegas.Im vorigen Jahr war die Enttäuschung groß: Die Crazy Steps hatten sich als deutscher Vizemeister für die WM in Amerika qualifiziert, konnten aber die Mittel für die Reise nicht aufbringen.
Hart erarbeitet
Das wird in diesem Jahr anders – der Klever Unternehmer Sven Rickes, der selbst früher intensiv Break Dance getanzt hat, hat sich als Hauptsponsor dafür eingesetzt, dass die Jugendlichen in diesem Jahr endlich den Flug über den großen Teich antreten können. Derweil haben sich die sieben Jungs ins Zeug gelegt, um sich erneut für die WM zu qualifizieren. Mit Erfolg, nur um 0,29 Punkte sind sie am ersten Platz vorbeigeschrammt.
„Wir haben im Asylheim angefangen zu tanzen, ohne Spiegel und mit Kassettenrekorder und haben so unser Talent entdeckt“, erzählt Besim Alija. Seit vier Jahren tanzen die 18- bis 22-Jährigen im Karl-Leisner-Jugendcentrum. „Erste Tanzerfahrungen haben sie als Breakdancer gesammelt, dann sind sie zum Streetdance und zu Choreographien übergegangen“, blickt Frank Rensing vom „Kalle“ auf die Anfänge zurück.
Von der Anfangsbesetzung sind noch alle fünf Freunde dabei, zwei Jungs sind noch hinzugekommen. „Sie haben immer alles selbst gemacht, denn im Kalle gibt es keinen Trainer“, sagt Rensing anerkennend, „alle Ideen und Choreographien entstehen zusammen. Das ist bemerkenswert.“ Noch immer ist allerdings unklar, ob die Gruppe wirklich geschlossen gen USA aufbrechen kann. Fünf der sieben Jungs haben nicht die deutsche Nationalität und mussten auf Umwegen, mit Hilfe der CDU-Politiker Ronald Pofalla und Manfred Palmen, Visa beantragen. Besim hat seins immer noch nicht erhalten. „Die Flüge und die Hotels sind gebucht, um 10.20 Uhr geht’s los“ sagt Rensing bange.
„Es war schon immer unser Traum, dass wir Deutschland vertreten und als Gruppe die Welt sehen“, erzählt Isaak Avdusi. Ziel ist, unter die Top Ten zu kommen, sagt sein Freund Ahmed Al-Naäme. Zuvor haben die Jungs im Internet sich die Konkurrenz angesehen, eine harte Konkurrenz.
„Das wird schwer, nur ein kleiner Fehler von uns, und das war’s, es gibt keine zweite Chance“, so Ahmed weiter. Der Auftritt selbst in Las Vegas dauert nur zwei Minuten. „Da ist volle Power angesagt“, freut sich Besim.
Anführer Besim will nach der WM das Zepter aus der Hand legen und sich mehr um seine Familie widmen. „Das wär ein guter Abschluss, wenn ich das Visum bekomme und mitreisen kann,“ so der 22-Jährige, „es war immer mein Ziel, die Jungs so weit zu bringen wie möglich – mehr als eine WM geht nicht, ich hab mein Ziel erreicht.“
So ganz aufhören kann er jedoch nicht, einmal pro Woche wird er im Kalle vorbeischauen und den anderen beim Training zugucken.
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