Niederrhein: Das Böse vom Niederrhein
VON LUDGER DISTELKAMP - zuletzt aktualisiert: 17.05.2008Niederrhein (RPO). Der Gaesdoncker Lehrer Dr. Jürgen Hühnerbein hat mit dem Niederrhein-Krimi „Finsternis im Kopf“ sein erstes Werk geschrieben. Ein anspruchsvoller Roman. Das Geschehen wird auch aus der Sicht des Mörders geschildert.
Mit dem Blut der ermordeten Menschen schmiert er „Herzeleid“ an die Wände. Was für ein wahnsinniger Killer. Dr. Jürgen Hühnerbein kennt diesen grausamen Täter. „Finsternis im Kopf“ heißt der Niederrhein-Krimi und das erste Buch von Hühnerbein. Der Lehrer für Deutsch, Literatur und Geschichte am Bischöflichen Gymnasium Gaesdonck in Goch hat einen spannenden und anspruchsvollen Roman verfasst, der durch Szenenschilderungen mit Hingabe zum Detail besticht.
„Das menschgewordene Böse zwischen Grauen und Lächerlichkeit“, schreibt der Autor und charakterisiert damit die Handlung seines Krimis. Im Mittelpunkt steht der Kommissar Georg Dreegen. Er ist verstrickt in tödliche Verwirrungen mit geschändeten Leichen. Die Parzival-Legende zieht sich in dem Roman wie ein roter Faden durch das grauenhafte Geschehen. Im Kopf des Mörders dreht sich alles um diesen sagenhaften Ritter, dessen Mutter „Herzeleid“ hieß.
Nah an den Figuren dran
Dr. Jürgen Hühnerbein ist Kafka-Fan und hat auch über diesen Schriftsteller promoviert. Er schildert daher wie Kafka streckenweise das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln, auch aus der Perspektive des Täters. „Ich habe die personale Sichtweise gewählt, um möglichst nah an den Figuren zu sein“, berichtet der Deutschlehrer.
Die Idee zum Buch sei schon früh entstanden, weil „Literatur mein Beruf und meine Leidenschaft ist“, betont Hühnerbein. Das Schreiben ist ihm sicherlich leichter von der Hand gegangen, weil er als Leiter der Nettetaler Laienschauspielgruppe „Theater unterm Dach“ schon viele Stücke inszeniert hat.
Zwei Jahre hat er über die originnelle Handlung nachgedacht, die am Niederrhein und in Prag spielt. Knapp die Hälfte des Romans hatte der heutige Winnekendonker in den Sommerferien 2007 im Turmzimmer in Kleve mit Blick auf die Schwanenburg geschrieben.
„Finsternis im Kopf“ hat autobiographische Züge. „Die Dinge, die man kennt, kann man leichter beschreiben“, sagt Hühnerbein dazu. So fährt der Autor wie die Figur Georg Dreegen einen Mazda MX 5. Die Wohnung des Kommissars war übrigens die des Lehrers bei Nettetal an einem See. Und auch bei einer Reise nach Prag im Jahr 2005 erhielt Hühnerbein letzte Inspirationen.
Die Handlung für ein neues Buch hat der junge Schriftsteller schon im Kopf. „Ich hoffe, es ist im Herbst oder Frühjahr fertig“, so der Romanautor. Eigentlich wollte er erst mit 60 Jahren ein Buch schreiben. Dr. Jürgen Hühnerbein hat es bereits mit 40 Jahren getan. Zum Glück für die Leser. Das zweite Werk wird wieder ein Krimi sein.
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