Kreis Kleve: Das C in der CDU
VON MARC CATTELAENS - zuletzt aktualisiert: 06.09.2010Kreis Kleve (RPO). Klaffen Anspruch und Realität in der Partei auseinander, was das Christliche angeht? Um diese Frage ging es bei der Mitgliederversammlung des CDU-Kreisverbands Kleve im Kranenburger Bürgerhaus.
Ob und in welchem Umfang die CDU dem C in ihrem Namen im politischen Alltag gerecht wird, ist immer wieder Gegenstand intensiver und kontroverser Diskussionen. So hieß es in der Einladung zur Mitgliederversammlung im Kranenburger Bürgerhaus. Intensiv, aber dafür wenig kontrovers diskutierten Hermann Gröhe, Generalsekretär der CDU, und Prälat Dr. Karl-Heinz Vogt, Leiter des Katholischen Büros NRW, über die Wichtigkeit der christlichen Werte in der Partei.
Volkstümliche Frömmigkeit
Hermann Gröhe bescheinigte den Kreis Klevern eine "volkstümliche Frömmigkeit, nicht nur innerhalb von Kirchenmauern". Unter großen Applaus des zahlreich erschienenen Publikums mahnte er an, dass das Kreuz in öffentliche Schulen und auf öffentliche Plätze gehöre. Das C sei für die CDU wie ein Kompass, der "zur Integration taugt. Die christlichen Werte laden ein. Wir müssen uns klar bekennen: Dafür stehen wir", so Gröhe.
Die Diskussion
Teilnehmer Hermann Gröhe, MdB, Generalsekretär der CDU Deutschlands; Prälat Karl-Heinz Vogt, Leiter des Katholischen Büros NRW.
Moderator Günther Bergmann, CDU-Kreisvorsitzender.
Geistlicher Impuls Pfarrer Christoph Scholten, katholische Seelsorgeeinheit Kranenburg, Niel, Wyler und Zyfflich. Er betonte, dass es wichtig sei, junge Menschen zu haben, die den christlichen Glauben in die Politik einbringen.
Karl-Heinz Vogt forderte die Unionspolitiker auf, "all das zu tun, was dem Frieden dient. Auch in Wahlkämpfen dürfen keine unerfüllbaren Versprechen gemacht werden". Wichtig sei es, einen Stil zu finden, weg von Unterstellungen und Polemik, hin zu einer "Auseinandersetzung, die in eine Ineinandersetzung übergeht", so Vogt.
Der Moderator der Diskussion, der CDU-Kreisvorsitzende Günther Bergmann, wollte von seinen Gesprächspartnern wissen, ob es nicht schwierig sei, christliche Politik zu gestalten, angesichts von schwindenden Kirchenmitgliedern. Gröhe antwortete, dass man nichts mehr automatisch voraussetzen könne, weil eben nur noch 67 Prozent der Deutschen katholisch oder evangelisch seien. "Was C heißt, ist erklärungsbedürftig geworden", so der Generalsekretär. Vogt betonte, dass die Kirche eine "Entscheidungskirche" sei. "Heute wird entschiedener Christentum gelebt. Mann muss sich entscheiden, ob man dieser Gemeinschaft angehört", sagte der Prälat.
"Freiheit braucht Moral"
Und wofür steht nun das C in der CDU? "Unsere Mitglieder wollen mehr als nur Steuerpolitik. Wir müssen uns überlegen, was uns leitet. Dann kommen wir zu einer Gerechtigkeitsvorstellung: Wir dürfen nicht auf die Kosten unserer Gesellschaft leben", antwortete Gröhe. Wichtig sei die Moral. Auch die Finanzkrise sei eine im Kern moralische gewesen. Gier sei zum alleintreibenden Motiv geworden. "Freiheit braucht Moral, damit sie nicht zum Egotrip wird", so der Generalsekretär. Vogt sagte, dass zur Einhaltung christlicher Werten auch ein verantwortungsvoller Umgang mit Atomenergie gehöre. Auch setze er sich dafür ein, Arzneien herzustellen, die keine "verheerenden Nebenwirkungen" haben.
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