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Kleve: Das Ende für Lambertus

VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 15.03.2007

Kleve (RPO). Gestern Abend beschloss der Schulausschuss der Stadt Kleve einstimmig, dass zum kommenden Schuljahr 2007/2008 keine Schüler mehr an der St.-Lambertus-Grundschule Donsbrüggen aufgenommen werden

Soll geschlossen werden: Die Grundschule von Donsbrüggen.  Foto: RPO
Soll geschlossen werden: Die Grundschule von Donsbrüggen. Foto: RPO

Eigentlich sollten für das kommende Schuljahr noch 16 Kinder an der St. Lambertus-Grundschule eingeschult werden. Der Ort kämpfte um seine Schule, die Politiker aller Coleur zogen mit. Doch nach der letzten Elternversammlung (wir berichteten ausführlich) überschlugen sich die Ereignisse: „Wir haben für dieses Schuljahr keine Anmeldungen mehr, weil vier der Eltern ihre Kinder nach Nütterden zur Schule schicken wollen und 12 nach Rindern“, trug gestern Annette Wier, Schulamtsleiterin der Stadt Kleve, dem im Rathaus tagenden Schulausschuss vor. Daraufhin habe man sich innerhalb der Verwaltung und mit den Fraktionen beraten, die Schule schon ab 2007 auslaufen zu lassen, so Wier.

Frantz: Schulterschluss

„Wir haben uns alle intensiv bemüht, diese Schule zu erhalten. Mein Dank gilt der Verwaltung, dem Bürgermeister und den Kollegen der anderen Fraktionen. Ich finde es schade, dass es so gekommen ist“, kommentierte Jörg Cosar (CDU) die Entwicklung. Auch Alexander Frantz (SPD) betonte, dass sich alle eingesetzt hätten – das sei ein fraktionsübergreifender Schulterschluss gewesen. Aber: „Der Elternwille hat sich umgekehrt - das müssen wir akzeptieren!“ Frantz betonte, dass auch für die Politik diese Entwicklung überraschend gekommen sei und die Schließung der Schule keinesfalls von langer hand vorbereitet gewesen wäre. Dr. Artur Leenders (Grüne) mahnte die jetzt verbleibenden kleinen Grundschulen, Konzepte aufzustellen, „damit die Eltern ihre Kinder auch in diese Schulen schicken“. Vor allem die kleine Schule Keeken sei hier gefordert.

Info

2,5 Mio Euro an Schulen

Insgesamt 2,5 Millionen Euro investiere die Stadt Kleve im laufenden Jahr in ihre Schulgebäude, sagte gestern der Leiter des Hochbaumates der Stadt Kleve, Manfred Raith, vor dem Schulausschuss. So etwa 90 000 Euro für die Sanierung der Dreifachturnhalle am Konrad Adenauer Gymnasium oder 42 000 Euro für die Turnhalle am Stein, 284 000 Euro für eine Wärmedämmmaßnahme an der Schule Reichswalde und vieles mehr. Wie gut eine so sanierte Schule aussehen kann, das konnten die Politiker von Bau- und Schulausschuss am späten Nachmittag in der Materborner Marienschule in Augenschein nehmen, die nach einem Gutachten der Architekten Thieme und Hülsmann saniert wird. 360 000 wurden hier 2006 investiert, in diesem Jahr werden 130 000 Euro folgen.

Bei einer Enthaltung empfahl der Schulausschuss schließlich dem Rat der Stadt Kleve, künftig keine Kinder mehr in der Schule Donsbrüggen aufzunehmen. Dazu Bürgermeister Theo Brauer (CDU): „Wir nehmen die Schulschließung vor, weil man uns seitens der Bezirksregierung keine anderen Spielräume lässt“. Auch hier ein Schulterschluss der Politik: „Ich teile die Meinung des Bürgermeisters“, so Ausschussvorsitzender Michael Bay (Grüne).

2008/2009: 504 Grundschüler

Für das Schuljahr 2008/2009 legte die Politik bei 504 zu erwartenden Schülern insgesamt 21 Züge für das erste Grundschuljahr fest. Jeweils mit einer Klasse Griethausen, Rindern und Keeken, mit zwei Klassen Unterstadtschule, Lutherschule, Materborn und Reichswalde, mit drei Kellen und Christus-König und schließlich vierzügig die Karl-Leisner-Schule. Dabei könne man, so Theo Brauer auf Nachfrage von Siegbert Garisch (Grüne), flexibel reagieren, wenn beispielsweise Neubaugebiete zu anderen Schülerzahlen führten. Schulrat Buyken betonte, dass sich die Zahl der Klassen stets nach der Zahl der Kinder geteilt durch 24 richte, bei einer Klassenstärke zwischen 18 und 30 Schülern. Die Nachfrage Cosars, warum man nicht eine Schule auf zwei Gebäude aufteilen könne, verwies er an die Bezirksregierung.

Foto
Mitglieder des Klever Schulausschusses auf dem Weg in die sanierte Marienschule, die zum Beginn der Sitzung besichtigt wurde. Foto: RPO
Quelle: RP

 
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