Niederrhein: Das Gänse-Ei als Delikatesse
VON LUDGER DISTELKAMP - zuletzt aktualisiert: 19.06.2010Niederrhein (RPO). Sieger Ronny Quendt vom Gasthof Lüneborger aus Pont überzeugte die Jury beim Wettbewerb mit seiner pikanten Kreation. Mehr heimische Produkte sollen in der Gastronomie serviert werden.
Die Rezepte
Die Rezepte und die Zubereitungen der Gerichte der drei Sieger des Kochwettbewerbs "Niederrheinisches Gänse-Ei" stehen auf der Internet-Seite der Schutzgemeinschaft Niederrheinische Gänse-Eier unter www.niederrheinische-gaenseeier.de.
Die Gewinner wurden von folgenden Jury-Mitgliedern gekürt: Klaus Wemmer, Eurotoques Sternekoch und Küchenbetriebswirt, der Koch Ulrich Langhoff, Vorsitzender der Genussregion Niederrhein, Dr. Kurt Kreiten, Direktor der Katholischen Weiterbildungseinrichtung Wasserburg Rindern in Kleve, Gregor Caspers, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Niederrheinisches Gänse-Ei, und RP-Redakteur Ludger Distelkamp.
Der Niederrhein ist eine Genuss-Region. Man nehme niederrheinische Gänseeier mit heimischen Produkten wie grünem Spargel, Rübenkraut, Honigsenf, Kartoffeln, Kräuter, Karotten, Steckrüben oder Karotten. Das pochierte niederrheinische Gänseei im frittierten Gemüsenest war eine fantasievoll angerichtete und pikante Kreation, die ein Gaumen- und Augenschmaus für die Jury war. Die wählte einstimmig den Koch Ronny Quendt vom Rheinischen Gasthof "Zum Lünebörger" in Geldern-Pont zum Sieger des Kochwettbewerbs "Niederrheinisches Gänse-Ei". Die RP präsentierte diese Konkurrenz.
Heimische Gastronomie stärken
Die Schutzgemeinschaft Niederrheinisches Gänse-Ei hatte zum Ideen-Wettstreit der Profi-Künstler am Herd in die Küche der Berufsbildungsstätte Theodor-Brauer-Haus in Emmerich eingeladen. "Wir wollen mit dieser regionalen Konkurrenz die Vorzüge des niederrheinischen Gänseeis und die der heimischen Produkte überhaupt bekannter machen, um dadurch das Alleinstellungsmerkmal der heimischen Gastronomie zu stärken", betonte bei der Siegerehrung Gregor Caspers als Vorsitzender der Schutzgemeinschaft. Die Mitgliedsbetriebe dieses Vereins sichern zu, sich der traditionellen bäuerlichen Geflügelhaltung mit offenen Ställen und der Kontrolle ihre Produkte zu verpflichten.
Das niederrheinische Nahrungsmittel erweist sich bei pfiffiger Zubereitung als Delikatesse. Darüber waren sich die Preisrichter nach der Vergabe der ersten Plätze einig. Als Spiegelei in runder Form gebraten mit weißem Spargel, Zucchini, Trüffelkartoffeln oder auch Grafschafter Weinbergschenken servierte Robert Kehl sein Gericht niederrheinisches Gänse-Ei mit glasiertem sommerlichen Gemüse. Für seine wundervolle Kreation erhielt der "Geprüfte Küchenmeister", der als Dienstleister in der Gastronomie und als freiberuflicher Dozent an Bildungswerken tätig ist, die "Silbermedaille". Der 20-jährige Manuel Riedl überzeugte mit seinem Quarkgratin von Gänseei und Erdbeeren. Der Jungkoch belegte mit seiner Köstlichkeit den dritten Platz. Er arbeitet bei der Ambiente GmbH, die die Restaurants "Xantens Esszimmer" und "De Kelder" im Hotel van Bebber in Xanten führt.
Sieger Ronny Quendt vom Gasthof Lünebörger wird seine Kochkunst nun im Oktober auf der bundesweiten Abschluss-Veranstaltung der Geschmackstage präsentieren. Als Preis erhält er von der Genussregion Niederrhein eine Beratung über "Regionale Produkte vom Niederrhein". Eurotoques Sternekoch Klaus Wemmer wird Robert Kehl als Zweitplatziertem eine betriebswirtschaftliche Basisberatung geben. Jungkoch Manuel Riedl darf drei Tage bei einem Eurotoques Sternekoch hospitieren.
"Ich vermisse Wettbewerbe über heimische Produkte. Im Ausland ist dies üblich", sagte bei der Siegerehrung Ronny Quendt, der auf den Kanaren, einem großen Hotel in Barcelona und bereits auf Schiffen Menüs gezaubert hat.
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