Kleve: Das Kraut, das Bauern bedroht
zuletzt aktualisiert: 06.08.2008Kleve (RPO). „Das schöne, aber sehr giftige Jakobskreuzkraut ist für Pferdebesitzer und Landwirte eine Plage und verbreitet sich immer mehr“, schrieben Stefanie und Jana van Rennings aus Kalkar an die Klever RP-Redaktion. Apotheker Andreas Strähnz aus Kleve klärte im Gespräch mit RP-Redakteurin Kerstin Olañeta auf, was es mit dem Kraut wirklich auf sich hat.
Wo kommt das Jakobskreuzkraut vor?
Andreas Strähnz Es steht an Weges- und Straßenrändern und Böschungen sowie auf Wiesen und Weiden. Die Pflanze wird bis zu einem Meter hoch und hat gelbe Blüten sowie löwenzahn-ähnliche Blätter.
Ist es wirklich hochgiftig?
Strähnz Es enthält so genannte Pyrrolizidin-Alkaloide, die bei Dauergebrauch leberschädigend wirken. Giftig sind die Abbauprodukte der Alkaloide. Bei einmaligem, geringen Verzehr ist nicht mit bedrohlichen Schädigungen zu rechnen, dennoch wird die Leber geschädigt. Eine pharmazeutische Verwendung für Jakobskreuzkraut gibt es übrigens nicht.
Besteht Gefahr für weidende Tiere?
Strähnz Vor allem Pferde und Rinder sind gefährdet, da sich das Kraut in den vergangenen Jahren vor allem am Niederrhein schlagartig besonders auf Weiden vermehrt hat. Die meisten Tiere fressen die ausgewachsene Pflanze wegen des hohen Gehalts an Bitterstoffen nicht, die Jungpflanzen indes sind nicht so bitter, enthalten aber schon die Giftstoffe. Diese sammeln sich in der Leber der Tiere an und führen bis zum Tod durch Leberversagen. Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Pyrrolizidin-Alkaloide auch im getrockneten Kraut bestehen bleiben. Sind also Futterwiesen mit Jakobskreuzkraut verunreinigt, findet sich das Gift im Heu wieder – und wird dann auf diesem Wege von den Tieren gefressen.
Ihr Fazit?
Strähnz Jakobskreuzkraut ist ein reales Problem für Bauern und Pferdebesitzer, für den Spaziergänger eher nicht.
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