Kleve: Das weltweite Netzwerk
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 05.11.2011Kleve (RP). In einer Serie werden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des internationalen Standorts Kleve beleuchtet. Heute: Marie-Louise Klotz pflegt nicht nur für die Hochschule Rhein-Waal Kontakte zu diversen Kontinenten.
Die Seiten ihres Reisepasses sind voll. Platz für einen neuen Ein- oder Ausreisestempel oder gar ein Visum muss sie suchen. Prof. Dr. Marie-Louise Klotz ist eine weit gereiste Frau. Europa, Asien, Nord- und Südamerika, Afrika. Überall hat sie ein Netz aus internationalen Kontakten gespannt. Und das nicht erst, seit sie in Kleve ist. Sicherheitshalber hat die Präsidentin der Hochschule Rhein-Waal einen zweiten Pass, wenn sich zwei Staaten nicht grün sind. Den braucht sie momentan nicht. Es herrscht Auskommen zwischen den Ländern, die sie bereist, sagt sie.
Die alte Liebe
"An der Hochschule Niederrhein habe ich mich mit Textil- und Bekleidungstechnik befasst – und die ist sehr international aufgestellt", sagt die HRW-Präsidentin. Schon 1999 begann sie, ersten Beziehungen nach China aufzunehmen. Neue zu Indien und Bangladesch, Bulgarien und Russland kamen hinzu. Brüssel und Gent stehen regelmäßig auf ihrem Terminkalender. Den Kontakt zu ihrer alte Liebe China hat sie gezielt ausgebaut. Auch mit Blick auf die Studenten, die jetzt erstmals Richtung China fahren: Im Frühjahr startet der Austausch ins Reich der Mitte.
Die Arbeitsgruppe
Die Arbeitsgruppe Kleve International wurde 2005 gegründet und wird aus vier Männern und drei Frauen gebildet: Bürgermeister Theo Brauer, Hochschul-Präsidentin Professor Marie-Louise Klotz, dem niederländischen Honorarkonsul Freddy Heinzel, der 1. Vorsitzenden des Wirtschaftsforums Kleverland Maria Paeßens, dem Vorsitzenden der Gesellschaft für Internationale Begegnungen Dr. Kurt Kreiten, der kommissarischen Chefin der Klever Wirtschaftsförderungsgesellschaft Charmaine Haswell und Sparkassendirektor Wilfried Röth.
Die Internationalen Kontakte sind ein Geben und Nehmen, erklärt Klotz. Zunächst ist da der Fachkräftemangel im immer älter werdenden Deutschland. Hier sind hoch qualifizierte Kräfte aus dem Ausland, die vielleicht sogar nach ihrem Studium in der Republik gleich bleiben, willkommen. Aber auch die Studenten, die wieder zurück in ihre Heimat gehen, werden die Erinnerung hochhalten. "Wenn wir sie gut behandelt haben, werden sie in ihren Heimatländern zu deutschen Botschaftern. Sie werden von unserer Kultur erzählen, von der guten Organisation, der hervorragenden Technik", prophezeit die Professorin. Nicht zuletzt haben sich im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Duisburg/ Wesel/ Kleve viele ausländische Firmen angesiedelt. Von Kleve aus baut Klotz ihr internationales Netz zielgerichtet aus. Es soll sich weit um den Globus spannen. "Es wird ein wichtiges Wettbewerbs-Kriterium unsere Hochschule sein, wie wir international aufgestellt und verzahnt sind", sagt sie. Derzeit arbeitet sie daran, der Hochschule den Weg in alle BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) zu ebnen. "Wir dürfen Brasilien und Mexiko nicht vergessen", sagt sie. In Südamerika wandelt Klotz damit auf für Kleve fast schon historischen Pfaden. So wie im Barock der spätere Klever Statthalter Moritz von Nassau-Siegen und der Maler Pieter Post, denen gerade in Amsterdam die Ausstellung "Johan Maurits & Frans Post: Zwei Niederländer in Brasilien" gewidmet wird.
Mit Indien und China sind die Beziehungen mit der in Kleve ansässigen Hochschule weit fortgeschritten, teils auf Minister-Ebene gehoben. Hier ist man bereits dabei, die Kooperationen zu besprechen. Kontakte, von denen die Region in einiger Zeit schon profitieren kann. Davon ist nicht nur Marie-Louise Klotz überzeugt.
Internet Alle Folgen unter www.rp-online.de/kleve
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