Kleve: Der Amerikaner aus München
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 27.10.2009Kleve (RPO). Der projektraum-bahnhof25 startet am Samstag sein 9. Ausstellungsprojekt mit einer Einzelausstellung. David John Flynn zeigt
zwölf große Arbeiten auf Leinwand und Papier, komponiert den Klang der Räume der Klever Ausstellungsstätte neu.Mit David John Flynn haben Elisabeth Schink und Ulrike Scholder einen Amerikaner aus München nach Kleve in ihren Projektraum geholt. Einen Künstler, 1952 in den USA geboren, der mit seinen Gemälden die Räume an der Bahnhofstraße verzaubert, ihnen mit ihrer Beschwingtheit und Leichtigkeit ein ganz anderes Gewicht gibt. Für Kleve hat David John Lynn, der seit 1980 in München lebt und dort bereits eine Reihe von Lehraufträgen hatte, reine Farbmalerei mitgebracht. Bilder allerdings, die nicht einfach nur an der Wand hängen, sondern sparsam eingerichtet jedem der Räume eine eigene Komposition geben.
Flynn hat dazu mehrere Diptychen ausgesucht (aus zwei Teilen bestehende Werke) die Leere und Fülle, kräftige Farbigkeit und diffuse Flächen zarter Töne durchdeklinieren. Während auf der einen Hälfte ein starkes, helles Rot einen warmen, lauten Farbton ins Bild setzt, flankiert von einem hellem Gelb, das aus der gleichen Bildhälfte leuchtet, scheint sich über die andere Bildhälfte ein Schleier wie aus milchig-weißem Nebel gelegt zu haben. Aber auch hier schimmern jene Farbformen durch, wie auf der gegenüberliegenden Seite diesen Schleier durchbrochen haben.
Eröffnung Samstag
Das 9. Ausstellungsprojekt des projektraums-bahnhoh25 an der Klever Bahnhofstraße wird am Samstag, 31. Oktober, 16 Uhr eröffnet. Zur Eröffnung der Ausstellung "David John Flynn" spricht Prof. Dr. Anna Zink.
Die Ausstellung ist bis zum 29. November zu sehen, Samstag und Sonntag von 13 bis 17 Uhr und nach vereinbarung geöffnet.
Diverse Farbschichten
Flynn arbeit auf seinen Bildern in diversen Farbschichten, die sich überlagern. So liegt ein leicht durchsichtiges, weiches Weiß über Farbformen, die durch diese Schicht hindurchschimmern. An anderer Stelle wischt Flynn den weißen Überzug weg, holt die darunterliegende Farbe wieder heraus. Manchmal deckt er Teile des Bildes mit einer Schablone ab, deren Ränder dann später wie ein Schatten unter der weißen Deckschicht klare Kante zeigen.
Fynn malt mit Farbpigment, Wachs und einem Harz auf Leinwand. Wobei der Wachs oft zum Schluss statt Firniss auf die Leinwand kommt und den Bildern jenen seidenmatten Glanz verleiht.
Insgesamt hat der 57-Jährige zwölf Arbeiten mit nach Kleve gebracht. In den beiden vorderen Ausstellungsräumen bestimmen jeweils zwei große Gemälde und kleinere Arbeiten auf Papier den Raum. Wobei Flynn oft auf Papier arbeitet, um die Kompositionen und Ideen für für ein großes Bild auszuloten. Dabei entstehen dennoch eigenständige Arbeiten. Im Kabinett hinten dominiert ein hochformatiges Doppelbild in leuchtendem Orange, öffnet diesen Räum, macht ihn weiter.
Während Flynns Einzelarbeiten in bestehenden Bildreihen auch austauschbar waren, im neuen Zusammenhang auch gedreht werden konnten, gelten die in Kleve gezeigten Arbeiten als fix, als Bilder mit einem definierten Oben und Unten, Rechts und Links, sind die Diptychen fest verbunden, sagt Flynn.
Eigentlich baut Flynn Modelle der Ausstellungsstätten, um die Wirkung der Bilder im Raum zuvor zu erfahren. In Kleve gelang ihm – wenn auch ohne Modell – wieder ein gelungener Raumklang.
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