Bedburg-Hau: Der Botschafter Moylands
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 03.05.2007Bedburg-Hau (RPO). Gestern präsentierte Staatssekretärin Dr. Barbara Hendricks die neue 85-Cent-Briefmarke zum 700-jährigen Bestehen von Schloss Moyland im Zwirnersaal des Schlosses und überreichte Alben an Stifter und Gäste
Scharlachrot leuchtete die prächtige Mappe mit dem gold-eingeprägten Bundesadler darauf in der Sonne vor Schloss Moyland. Stolz präsentierte Franz-Joseph van der Grinten, Sammler und Stifter, Gründungsvater und langjähriger Direktor von Museum Schloss Moyland die Mappe fürs Jubiläum, die ihm Dr. Barbara Hendricks, Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, zuvor im Zwirnersaal überreicht hatte. Darin ein Block einer ganz neuen Briefmarke, die ab heute verkauft wird: Die Sondermarke zum 700-jährigen Bestehen von Museum Schloss Moyland.
Viele Wandlungen
Was könnte besser die lange Geschichte des Schlosses symbolisierenden, als ein Blick auf eine der vielen Wandlungen, die das 1307 erstmals erwähnte Gemäuer im Laufe der Jahrhunderte durchmachte. Also steht in der Mitte der Marke ein Stich aus dem Jahr 1855, der einen Moment des Umbaus vom Barock- zum Tudorschloss zeigt.
Es geht weiter
Auch wenn es Streit um die Besetzung des seit zwei jahren vakanten Postens „Museumsdirektor“ gibt und 200 000 Euro in Aussicht gestellter Mittel eingefroren sind: Es geht weiter in Moyland. Das Bauschild für den Turmhelm wurde gestern montiert, Hans Geurts versprach fürs Jubiläumsjahr die beiden Ritter Richard Löwenherz und Gottfried von Bouillon für den Eingang und einen Hl. Nikolaus, auf den sich Stifter Baron von Steengracht besonders freut.
Steengracht bekam übrigens wie Franz-Joseph van der Grinten ein Markenalbum, wie auch unter anderem Bürgermeister Peter Driessen und Architekt Karl Ebbers.
Dieser Stich wird flankiert mit Beispielen aus der Sammlung van der Grinten: Links das große Holzpferd von Erwin Heerich, rechts ein „Aufstehender Jüngling“ von Roland Friedrichsen. Entworfen hat die 85-Cent-Marke Lutz Menze aus Wuppertal.
Acht Millionen werden von dem guten Stück gedruckt, das damit acht Millionen Mal einlädt, das schöne Schloss am Niederrhein und seine Sammlung zu besuchen, sagte Barbara Hendricks zur Präsentation. Die 85 Cent gehören beispielsweise auf Büchersendungen, auf denen das Postwertzeichen als Botschafter durch die Lande reist, neugierig auf Moyland zu machen, so Hendricks.
Leicht getrübt war die ansonsten gute Stimmung allerdings durch die Querelen um die Stiftungskonstruktion und die lange Suche nach einem neuen Direktor. „Auch wenn das gegenwärtige kulturpolitische Klima in NRW nicht das glücklichste ist“, so Franz Rudolf van der Grinten als Sprecher des Stiftungsvorstandes, freue man sich, dass Schloss Moyland auf eine solche Briefmarke gefunden habe: „Eine Auszeichnung wie diese erfüllt uns mit Stolz“, so van der Grinten. Sein Dank galt vor allem dem Team vom Museum, das auch in schwierigen Zeiten das Gelingen des Ganzen garantiere.
Barbara Hendricks erinnerte sich in ihrer Rede auch an einen eiskalten Tag im November so vor 20 Jahren, als sie mit Baron von Steengracht, Hans van der Grinten, dem damaligen Oberkreisdirektor Dr. Schneider und Rudolf Kersting die Ruine besichtigte. Damals knüpfte sie die Verbindung mit dem Minister für Städtebau, Zöpel, und legte so einen ganz wichtigen Grundstein für Museum Schloss Moyland.
Der Dank
So galt auch der Dank von Fördervereinsvorsitzendem Hans Geurts der Staatssekretärin, die so manch wichtigen Kontakt vermittelt habe. Er erinnerte an Johannes Rau, der „unauslöschlich“ mit Moyland verbunden sei. Geurts sah allerdings auch Licht am Ende des Tunnels beim Streit um die gesperrten 200 000 Euro zusätzlicher Mittel zum Etat, die mit einem neuen Direktor freigegeben werden sollen. Bei Änderungen in Sachen Stiftungskonstruktion zeigte sich Geurts allerdings kompromisslos: Diese Verträge seien zu wahren, es gebe keinen Grund, sie zu ändern.
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