Kleve: Der FC Kleve muss Zuschuss zurückzahlen
VON JULIA LÖRCKS - zuletzt aktualisiert: 11.11.2010 - 10:42Das war einstimmig: Der Rat der Stadt Kleve hat am Mittwoch (10. November) beschlossen, dass der Verein den Zuschuss in Höhe von 650.000 Euro zurückzahlen muss. Ferner sind jegliche Ansprüche auf die beiden noch nicht gezahlten Raten erloschen. Lesen Sie im Folgenden die Chronologie der Sitzung.
16.55 Uhr: Der Ratssaal ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Viele Besucher - darunter Vereins-Funktionäre, Fans und Klever Unternehmer sind gekommen, um die Entscheidung in Sachen FC Kleve live zu verfolgen.
17 Uhr: Bürgermeister Theo Brauer eröffnet die 11. Ratssitzung der Stadt Kleve. Der NRW-Ligist ist Tagesordnungspunkt 7.
17.20 Uhr: TOP 4 wurde gerade einstimmig beschlossen.
17.22 Uhr: TOP 6...
17.23 Uhr: ... TOP 7 wird aufgerufen. Das Erbbaurecht wird nicht mehr thematisiert, so Brauer.
17.24 Uhr: Udo Janssen (CDU) hat das Wort: Er schildert noch einmal einen Rückblick. "Die Gespräche der CDU-Fraktion, die mit dem Verein geführt wurden, waren stets von Vertrauen geprägt." Man hätte zuerst positiv der Sache gegenüber gestanden. Er glaubt dem Verein, dass er die 1,15 Millionen Euro Spenden gesammelt hat. Bis gestern, 14.30 Uhr, hatte Janssen eine Lösung, die dem Verein Luft verschaffen sollte. "Wir wollten dem Verein noch eine Chance geben", so Janssen. Aber dann: Er spricht einem "Aber". Sie hatten Hoffnung, sie meinten, es hat sich was geändert. Doch die Nachricht, dass die Volksbank-Konten des Vereins seit dem 21. Oktober gesperrt waren, sehen sie als "Vertrauensbruch". Die CDU stimmt der Vertagung nicht zu.
17.31 Uhr: Janssen: "Wir können nicht so weitermachen." Zu Gesprächen nach der Ratssitzung seien sie aber bereit.
17.32 Uhr: Alexander Frantz, SPD: "Wir müssen uns gar nicht erklären." Die SPD war bisher immer dagegen. "Unsere kritische Haltung hat sich bestätigt."
17.35 Uhr: "Wir sind nicht grundsätzlich gegen den FC", ergänzt Frantz. Die SPD wird der Beschlussvorlage folgen. Schweren Herzens, denn Frantz meint, dass die jetzt handelnden Personen alles Mögliche getan hätten.
17.36 Uhr: Er spricht von einem seriösem Angebot seitens des Vereins, dass der Politik Zeit lassen soll. Diesen Antrag will er aber selbst nicht stellen.
17.37 Uhr: Artur Leenders (Grüne) hat das Wort. Er spricht wieder von der Insolvenzverschleppung.
17.41 Uhr: Für Daniel Rütter (FDP) sollte es keine Verschiebung mehr geben. Er hinterfragt die Rolle der Volksbank. Vor allem die Tatsache, dass der Verein verschwiegen hat, dass die Konten gesperrt waren, hätte das Vertrauen verspielt.
17.43 Uhr: Auch die Linken sind für den Beschluss, so wie er auf der Tagesordnung vorgeschlagen wird.
17.43 Uhr: Bürgermeister Brauer: Die Stadt Kleve beschließt, b) der Anspruch auf Zahlung der weiteren Zuschüsse ist aus den, in der Drucksache nahe gelegten Gründen erloschen; c) der 1. FC Kleve ist gemäß Zuwendungsbescheid vom 30. Juni 2009 zur Rückzahlung des bereits ausgezahlten Zuschusses über 650.000 Euro verpflichtet.
17.44 Uhr: Der Rat beschließt einstimig. Vor der Ratssitzung hätte es eine Fraktionsvorsitzendenrunde gegeben, die genau diesen Beschluss so gefasst hat.
Nach der Entscheidung war die Enttäuschung in den Gesichtern der FC-Sympathisanten abzulesen. Ein Zuschauer sprach von einer "inkonsequenten Haltung" der Politik. Seiner Meinung nach wären die Argumente in der Hauptausschusssitzung noch ganz anders gewesen, als die im Rat.
Zum Hintergrund: Im Hauptausschuss vor einer Woche (3. November) haben sich alle Fraktionen für die Rückzahlung des städtischen Zuschusses ausgesprochen. Seitdem ist viel passiert. Der 1. FC Kleve gab am Freitag (5. November) eine öffentliche Pressekonferenz, am gestrigen Dienstag (9. November) gingen die Fans bei einer Kundgebung auf die Straße und sammelten Unterschriften.
Die Spielsaison sei, so der 1. FC Kleve, jedoch gesichert.
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