Kleve: Der gute Mann von Kleve
VON WERNER STALDER - zuletzt aktualisiert: 23.02.2010 - 10:48Kleve (RPO). Das Goldene Priesterjubiläum von Pfarrer em. Fritz Leinung. Die Feier stand auch im Zeichen der Ökumene. Der Jubilar hat bei seinem 25-jährigen seelsorglichen Wirken in Kleve Spuren hinterlassen.
Besser hätte man das über 25-jährige seelsorgliche Wirken von Pfarrer Fritz Leinung an der Klever Unterstadtkirche nicht dokumentieren können: Auf seinen Wunsch begann die Gottesdienstfeier zu seinem Goldenen Priesterjubiläum mit einer ökumenischen Feier, in der noch einmal alle Zeichen der Versöhnung und Vergebung, mit denen der Jubilarpriester Spuren in Kleve hinterlassen hat, zum Ausdruck kamen.
Zeichen der Versöhnung
Pastor Leinung wurde 1934 in Emmerich geboren, empfing 1960 die Priesterweihe und lebt seit 2003 als emeritierter Pfarrer in Emmerich. Nach einer Einleitung durch den Regenbogenchor wurde die Gemeinde durch den evangelischen Pfarrer Rohländer und den Jubilar begrüßt. "In der Mensa des Altares der Unterstadtkirche wurden Zeichen der Versöhnung und Vergebung gelegt, Geschenke aus England, Polen und Israel", sagte Pfarrer Rohländer.
Pfarrer Anacker erinnerte an die Ökumene, die durch die Vergebungsbitte des britischen Soldaten Ray Hamley und einen Stein aus einer anglikanischen Kirche ihren Ausdruck fand. Wladyslaw Pisarek vertrat die polnische Gemeinde und sprach über die Spuren des heiligen Adalbert, dessen Reliquien im Unterstadtaltar ruhen. Vertreter von "buren zonder grenzen" stellten die gemeinsamen Gottesdienste von Juden und Christen, Niederländern und Deutschen heraus. Ein Friedenszweig aus Jerusalem zur Erinnerung an den Klever Bürger Wilhelm Frede ruht im Altar.
Der Holocaust-Überlebende Frits Gies entzündete den siebenarmigen Leuchter. Vertreter der Klosterpforte wiesen auf die Minoriten und ihre Solidarität mit den Armen hin, die sich in der Einrichtung der Klosterpforte fortsetzt. Nach der eindrucksvollen Feier im Zeichen der Ökumene feierte Pastor Leinung in Konzelebration mit Propst Theodor Michelbrink und Pfarrer Francis Karippukattil das Dankamt, mitgestaltet vom Kirchenchor und dem Regenbogenchor.
Diakon Michael Rübo, der die liturgische Leitung hatte, trug das Evangelium vor. Pfarrer Francis sprach das Tagesgebet in indischer Sprache. Aus den einzelnen Gruppen wurden die Fürbitten gesprochen und dabei Kerzen auf den Altar gesetzt. Dabei vertrat Bürgermeister Theo Brauer die Anliegen der Stadt Kleve und Paul Gerhard Küsters die Laudesgruppe. Anstelle einer Festpredigt verlas Propst Michelbrink das Bischofswort zur Österlichen Bußzeit mit wunderbaren Gedanken zum Amt des Priesters.
Bischof Felix Genn schreibt: "Auch wenn Sie in Ihren Gemeinden an manchen Sorgen und Belastungen aufgrund der gewaltigen Umbrüche in unserer Kirche Anteil haben, auch wenn Sie dabei erfahren, dass ein Priester mitunter die Freude nicht immer spüren lässt, so wünsche ich Ihnen, dass Sie dennoch erfahren: Es ist gut, dass er mit uns Christ und für uns da ist".
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