Kleve: Der Heizkissen-Schal
VON JENS HELMUS - zuletzt aktualisiert: 10.12.2008Kleve (RPO). Die beiden Studenten der Fontys Internationale Hogeschool Economie in Venlo, Christoph Vennemann aus Kleve und Pascal Beijer aus Kranenburg, mussten eine Firma gründen. Ihre Idee: ein Schal für den Winter.
Der Kauf
Gelegenheit zum Kauf des warmen Schals gibt es am 13. und 14. Dezember auf dem Weihnachtsmarkt am Airport Weeze und am 21. Dezember in Grefrath, ebenfalls auf einem weihnachtlichen Markt. Die Studenten sind jeweils mit einem eigenen Stand dort vertreten. Wer den Schal bestellen möchte oder weitere Informationen sucht, der kann die Internetseite www.innovtrend.com besuchen.
An der Hochschule lernt man wichtige und interessante Dinge. Ein Großteil des vermittelten Wissens ist leider oft theoretischer Natur und hat mit dem späteren Berufsleben nur unmittelbar zu tun. Der Klever Christoph Vennemann und der Kranenburger Pascal Beijer studieren seit 2007 an der Fontys Internationale Hogeschool Economie in Venlo – in diesem Semester begegnen die beiden einer ganz anderen Art des Lernens. Gemeinsam studieren die beiden „International Business Economics“ im dritten Semester, der Studiengang ist vergleichbar mit der Betriebswirtschaftslehre in Deutschland.
Produkt ausdenken
Im Zentrum des dritten Semesters steht ein Projekt, das praxisorientierter kaum sein könnte. Hinter dem „Mini-Company Project“, wie es in Venlo heißt, verbirgt sich eine interessante Aufgabe: Die Studenten müssen sich in Gruppen ein eigenes Produkt ausdenken und eine kleine Firma – eine „Mini Company“ – gründen. Das hört sich simpel an, ist aber keine leichte Aufgabe, denn die Studenten müssen in der Gruppe alle Aufgaben erfüllen, die eine eigene Firma mit sich bringt: Das fängt bei der Produktion an und geht über die PR und das Finanzmanagement bis hin zum Vertrieb.
Die Frage nach dem Produkt hat auch die 13-köpfige Gruppe um Pascal Beijer und Christoph Vennemann, deren Mini Company den klangvollen Namen „Innovtrend“ trägt, beschäftigt. Nach langen Überlegungen haben sie sich für eine Ware entschieden, die vor allem in den bevorstehenden Wintermonaten noch viele Abnehmer finden dürfte: ein Schal. Ein Schal? Wo ist da die Verkaufschance? Ganz einfach: Der Halsschutz wird zusammen mit einem Weizenkissen verkauft, das in der Mikrowelle erwärmt und in den Schal integriert werden kann. Das Kissen nähen die 13 Studenten selber, um Produktionskosten zu sparen.
„Der Schal ist eine neue Erfindung. Es gibt zwar schon länger Weizenkissen zum Erhitzen, aber die Kombination mit einem Schal ist neuartig“, erklärt der 21-jährige Christoph Vennemann, der zusammen mit Pascal Beijer für das Finanzmanagement zuständig ist. Dadurch, dass die Studenten das Kleinunternehmen von A bis Z eigenständig aufbauen und über zwei Semester führen müssen, wird die Theorie aus dem Unterricht praktisch umgesetzt. „Das Projekt ist eine tolle Abwechslung, der Praxisbezug ist sehr interessant. Die Theorie wird zwar teilweise noch vereinfacht umgesetzt, aber man bekommt ein gutes Gefühl für die Dinge, die man gelernt hat.“ Der Vertrieb läuft für die Gruppe übrigens erfreulich gut. Auf den ersten beiden Weihnachtsmärkten, an denen sie den Schal zum Verkauf angeboten haben, konnten die Jungunternehmer bereits über 125 Exemplare verkaufen. 400 sollen insgesamt veräußert werden.
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