Kalkar: Der Jugend Nahrung geben
VON LUDGER DISTELKAMP - zuletzt aktualisiert: 17.08.2009Kalkar (RPO). Kaffee mit dem Kandidaten: Kalkars Bürgermeister Gerhard Fonck will die Schulden der Stadt weiter abbauen und in die Ausstattung des Schulzentrums investieren. Weitere Baugebiete. Abriss der Hochhäuser 2010 geplant.
Eigentlich könnte sich Gerhard Fonck einen neuen Namen zulegen: Gerhard Glück. Da der Amtsinhaber und haushohe Favorit mit Burkhard Boßmann von den Freien Bürgern für Kalkar (FBK) einen Herausforderer hat, muss er sich nicht wie der Bedburg-Hauer Einzelkämpfer Peter Driessen Gedanken machen: Driessen braucht mindestens 25 Prozent Zustimmung von den Wahlberechtigten, um als Bürgermeister bestätigt zu werden.
Keine glückliche Fügung
Der CDU-Bewerber Fonck möchte aber nicht durch eine glückliche Fügung erneut ins Amt kommen. "Ich habe zehn Jahre gerne für meine Heimatstadt und auch zum Wohle von Kalkar gearbeitet. Die Bilanz ist gut. Deshalb hoffe ich auf die Zustimmung der Bürger", betont der 52-Jährige. Zentrale Themen werden nach seiner voraussichtlichen Wiederwahl die weitere Entschuldung und die Bildung sein, "die die Nahrung für die Jugend" sei, so Fonck. Er will das Schulzentrum weiterhin mit einer guten Ausstattung "füttern". Das umfassende Bildungsangebot habe dazu geführt, dass in der Realschule im neuen Schuljahr vier neue Klassen in der Jahrgangsstufe 5 eingerichtet werden. Das Gymnasium verzeichne ebenfalls einen größeren Zulauf.
Wegen der Wirtschaftskrise müsse auch Kalkar damit rechnen, dass die Steuereinnahmen zurück gingen, erklärte Fonck. Er will dann trotzdem das Defizit der Stadt von aktuell 9,8 Millionen Euro weiter senken. "Dann müssen wir halt wie ein privater Haushalt mit dem Geld auskommen, das wir haben", betont der Bürgermeister. Lediglich bei der Bildung werde es keine Abstriche geben. Junge Paare sollten weiterhin die Chance erhalten, in ihrem Heimatort einen Bauplatz zu bekommen. "Deshalb sollen weitere Wohngebiet in den Ortsteilen geschaffen werden", so der CDU-Kandidat.
Zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Kalkar will Fonck neue Gewerbgebiete ausweisen. Denn in Kehrum und an der Kastellstraße gebe es insgesamt nur noch fünf Hektar Fläche für Betriebe. Ein Herzensanliegen für den Bürgermeister ist die Anbindung des Gewerbeparks Kehrum an die A 57. Daher müsse die B 67 neu weitergebaut werden. So bekäme die Wirtschaft eine vernünftige West-Ost-Tangente von den Autobahnen 3 bis 57.
Die beiden Hochhauskomplexe in Altkalkar, die Kalkars gewachsenes Stadtbild zerstören, sollen bereits im kommenden Jahr abgerissen werden, hofft der CDU-Bewerber. Ein Haus ist bereits von der "Wohnbau Goch" erworben worden, über das andere Gebäude führt das Rathaus Kauf-Verhandlungen mit dem Unternehmen. Nach dem Abbruch der Komplexe sollten hier und auf dem ehemaligen Schulgelände in Stadtnähe Wohnhäuser entstehen.
Das Ehrenamt in den Vereinen will Fonck weiter fördern, indem keine Gebühren für die Nutzung von städtischen Sportplätzen und Räumen erhoben werden.
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