Kleve: Der nächste Gürtel ist orange
VON WERNER STALDER - zuletzt aktualisiert: 28.06.2008Kleve (RPO). Frederik Scholten mag Karate und Schach. Beides trainiert er fleißig und mit großem Erfolg. Bei Turnieren hat er schon Preise und Pokale gewonnen, auf die er zu Recht stolz ist.
KRANENBURG-NÜTTERDEN Frederik Scholten, er besucht die St.-Georg-Grundschule in Nütterden und ist in der Klasse 4 a bei Lehrerin Thea van Duin, konzentriert sich: Er zeigt die vier Elemente der „Kata“ mit den Namen Bunkai, Öyö, Henka und Kakushi. Eine Kata ist ein stilisierter und choreographierter Kampf gegen mehrere imaginäre Gegner, der einem festgelegten Muster im Raum, Embusen genannt, folgt. Stolz präsentiert Frederik einen Silberpokal, den er vor vielen Zuschauern und vier Prüfern errungen hat: DSKB 2007 Kata-Einzeln.
Sein Bruder Benedikt (14) war schon Mitglied im Kakunen-Musho-Kranenburg des Deutschen Shotokan-Karate-Bundes. Seit Februar 2007 trainiert auch Frederik im allgemeinen zweimal wöchentlich in diesem Karate-Club. Trainer ist Ewald Ketelaer. Am 13. Juni 2007 bekam Frederik den 9. Kyu, den weiß-gelben Gürtel, und am 19. Dezember 2007 bestand er die Prüfung zum 8. Kyu, dem gelben Gürtel. Das nächste Ziel ist jetzt der 7. Kyu orange. „Ganz wichtig ist die rituelle Begrüßungszeremonie“, erzählt Frederik. Dazu gehören verschiedene Kommandos des Meisters an seine Schüler. Die Aufstellung, die korrekte Haltung, die Meditation und die Begrüßung leiten das eigentliche Training ein. Im Alter von Frederik sind die meisten Übungen ohne Partner, das heißt, man muss sich den Gegner vorstellen und die Kampf- und Abwehrtechniken andeuten. Jeder Karateka trägt ein Karate-Gi, die vorgeschriebene Kleidung. Während die Kampfkunst Karate „leere Hand“ bzw. „ohne Waffen in den Händen“ heißt, gilt die zweite Begeisterung des Nütterdener Schülers dem „königlichen Spiel“ mit Figuren, nämlich dem Schach. „Mein Opa spielt Schach“, so Frederik, „und von ihm haben meine Brüder Benedikt, Cedric und ich es gelernt.“
Schachcomputer
Frederik Scholten hat einen Schachcomputer zuhause. Damit kann er alleine Schach spielen. Sein Wunsch: Er möchte einmal Karate-Trainer und Schach-Übungsleiter werden. Beide Sportarten fördern die Konzentration und das Selbstwertgefühl. Der Schüler gehört auch der Jugendfeuerwehr Kranenburg, Ortsgruppe Nütterden, an.
Mit sechs Jahren kam er in den Verein „Springer 1948 Kranenburg“, wo er sich einmal wöchentlich mit bis zu 15 Kindern in seinem Alter zum Übungsabend trifft. Es gibt Spiele mit einem Partner, „Tandem“ mit zwei mal zwei Kindern an zwei Schachbrettern, und Trainer Theo Hünnekes ist auch schon gegen alle Kinder angetreten. Mit Jonas Böhmer, Alexander Hendler und Mirko Gerretzen bildet Frederik eine Schulmannschaft an der St.-Georg-Grundschule. Bei einem Schulschachturnier auf Kreisebene mit vielen Schulen errangen die Vier 2006/2007 einen 2. Platz und 2007/2008 den 1. Platz. Auf dem Silberpokal steht: „1. Platz im Schach – Kreismeisterschaft WKV“.
Bei „Springer 1948 Kranenburg“ gibt es Vereinsturniere gegen andere Schachclubs im Klever Land, und beim Monatsschach und Schnellschach spielt man auch gegen die Uhr. „Karate und Schach, für mich gibt es nichts Schöneres“, schwärmt Frederik Scholten von seinen Vorlieben.
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