Kreis Kleve: Der Niederrhein steigt um
VON HERIBERT BRINKMANN - zuletzt aktualisiert: 26.08.2009Kreis Kleve (RPO). Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember übernimmt die NordWestBahn im Auftrag des VRR den Betrieb der Bahnlinien Xanten-Moers-Duisburg und Kleve-Geldern-Krefeld-Düsseldorf. 28 neue Triebwagen sind bestellt.
Im Dezember werden die roten Talent-Triebwagen der Bahn von den Strecken Xanten-Duisburg und Kleve-Düsseldorf verschwinden. Nagelneue Lint-Triebwagen im blau-weißen Anstrich der NordWestBahn aus Osnabrück treten am 13. Dezember pünktlich ihren Dienst auf den beiden Regionalexpress-Linien am Niederrhein an. Gegen mehrere Bieter hatte sich die NordWestBahn in einem europäischen Wettbewerbsverfahren durchgesetzt. Gestern wurde im Eurotec-Industriepark in Moers der Vertrag zwischen dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und der NordWestBahn unterzeichnet. Er gilt für die nächsten 16 Jahre.
Qualitätssprung
Die jährlichen Qualitätsberichte des VRR zeigen deutlich, "dass überall dort, wo wir Linien im Wettbewerb vergeben haben, die Qualität gut ist", sagt VRR-Vorstand Martin Husmann. Für den VRR betreibt die NordWestBahn seit 2007 Strecken zwischen Dorsten, Essen, Dortmund, Coesfeld und Borken. Damit ist der VRR zufrieden. Für die erbrachten Leistungen wurden gute Noten ausgestellt. In Sachen Pünktlichkeit wird sogar von einem Qualitätssprung gesprochen.
Den Vertrag im Eurotec-Gebäude zu unterzeichnen, hatte Symbolwert. Im ehemaligen Zechengebäude, heute ein modernes Technologiezentrum, ging es gestern nicht nur um einen neuen Betreiber, sondern auch um Millioneninvestitionen in die Infrastruktur am Niederrhein und rund 100 neue Arbeitsplätze. Etliche neue Lokführer kommen über die RAG aus dem Kohlebergbau. In den Bereichen Betrieb, Service und Werkstatt werden rund 100 Frauen und Männer eingestellt, über die Agentur für Arbeit und Arge Duisburg fanden auch Arbeitslose einen neuen Job. Zur Zeit werden die Neuen ausgebildet und trainiert. Für die Niederrhein-Strecken werden zurzeit 28 neue klimatisierte Dieseltriebwagen Coradia Lint 41 von Alstom in Salzgitter hergestellt und nächsten Monat ausgeliefert. Pro Zug sind ungefähr drei Millionen Euro zu veranschlagen.
Martin Meyer-Luu, Geschäftsführer der NordWestBahn, weiß, dass sein Unternehmen am Niederrhein noch unbekannt sei. Er verspricht aber, die Menschen in der Region vom neuen Service zu überzeugen. An der Quantität der Verbindungen werde es keine Abstriche gebe. Die NWB werde sich an die Ausschreibung des VRR halten. Da die Strecken Duisburg-Oberhausen und Oberhausen-Dorsten erst im Dezember 2010 dazukämen, stünden für Spitzen noch Ersatzzüge zusätzlich zur Verfügung. An den Bahnhöfen an der Strecke wird sich dagegen nichts ändern. Die NWB ist dort nur Mieter.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







