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Niederrhein: Der Reiz, etwas ganz Neues aufzubauen

VON HERIBERT BRINKMANN - zuletzt aktualisiert: 02.11.2009 - 12:57

Niederrhein (RPO). kreis  kleve In einer vierwöchigen Serie stellen die Wirtschaftsförderung Kreis Kleve und die RP die Hochschule Rhein-Waal vor. Die Biologin und Medizininformatikerin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk leitet am Standort Kamp-Lintfort als Dekanin den Bereich E-Government.

Dekanin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk im Computersaal der Hochschule Rhein-Waal an der Südstraße in Kamp-Lintfort. Die Biologin und Informatikerin ist es gewohnt, interdisziplinär zu arbeiten.  Foto: RPO
Dekanin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk im Computersaal der Hochschule Rhein-Waal an der Südstraße in Kamp-Lintfort. Die Biologin und Informatikerin ist es gewohnt, interdisziplinär zu arbeiten. Foto: RPO

Gute Zusammenarbeit

Gut, dass der Familienrat dem Wechsel an den Niederrhein zugestimmt hat. Gezogen hat vor allem der Reiz, etwas ganz Neues aufzubauen. Geholfen hat dabei eine frühere gute Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Marie-Louise Klotz. Die Gründungs-Präsidentin der Hochschule Rhein-Waal hatte die Informatik-Spezialistin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk nicht aus den Augen verloren und sie jetzt als Dekanin für den Studienbereich E-Government am Standort Kamp-Lintfort gewinnen können. Vorher hat sie fünfeinhalb Jahre Informatik an der Hochschule Anhalt in Köthen gelehrt. Die 46-jährige Professorin hat in ihrem Leben bereits mehrfach große räumliche Distanzen übersprungen. Geboren wurde sie 1963 in Lörrach an der schweizer Grenze. Dort wuchs sie auch auf. Zum Studium ging sie nach Tübingen und anschließend nach Berlin. Nach dem Examen als Diplom-Biologin hängte sie an der Technischen FH Berlin ein Medizininformatik-Studium an. Parallel arbeitete sie unter lauter Physikern in einem Software-Unternehmen, das Anwendungsprogramme entwickelte. Und weil man mit IT besser verdient als mit der Biologie, wechselte sie in den medizinischen IT-Bereich der Charité in Berlin.

An der Humboldt-Universität wurde sie über das Thema der elektronischen Patientenakte promoviert. Bei der Gesundheitskarte ging es darum, konzeptionell die Fragestellungen der Patienten, der Krankenhäuser und der Kassen unter einen Hut zu bekommen und moderne und sichere Lösungen zu entwickeln. Beim Promotionsvorhaben half ihr ein Hypatia-Stipendium, gefördert aus dem Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre.

Kindheit und Jugend in Süddeutschland, 20 Jahre in Berlin, zuletzt über fünf Jahre Sachsen-Anhalt – und jetzt der Niederrhein. Da ihre Mutter aus Münster stammt und sie eine Freundin in Köln hat, war ihr das Rheinland nicht völlig fremd. Vom Moers-Festival hatte sie bereits früher gehört, wenn sie auch lieber Opern hört. "Wenn ich Musik höre, kann ich nichts anderes tun", bekennt die künstlerisch begabte Wissenschaftlerin.

Eigenes Atelier

Wahrscheinlich wissen ihre Studenten nicht, dass ihre Professorin auch eine ausgewiesene Künstlerin ist. Sie hatte früher ein eigenes Atelier, stellte ihre Malerei in Berlin und Lörrach aus. Ihre Lehrer der Leipziger Schule haben sie zwar hart rangenommen, aber Zeichnen ist für sie vor allem "ein schönes Mittel zur Entspannung", gleichzeitig spannend, sich einem Gegenstand zu überlassen. Jetzt in ihrer Krefelder Wohnung hat sie kein Atelier und auch keine Zeit dafür. Die Hochschule Rhein-Waal fordert sie ganz, dazu kommt die Familie mit Mann und dem zehnjährigen Sohn.

Quelle: RP

 
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