Kranenburg: Der Schatz unterm Dach
VON PETER JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 09.11.2009Kranenburg (RPO). Hans Walter Nebelung, Vorsitzender des Vereins für Heimatschutz in Kranenburg, stellte im Vorfeld die bange Frage, ob Maria im Schnee, jenes Spielzeug was man einmal auf den Kopf drehen muss, damit es seine volle Wirkung erzielt, denn einen Platz im Museum verdient habe. Eine eindeutige Antwort erhielt er von Volkskundlerin Dr. Christine Aka, die Nebelung mit dem Hinweis beruhigte: "Das ist Volkskunst."
Gestern wurde die Dauerausstellung "Heilige Orte – Heilige Dinge" im Kranenburger Museum Katharinenhof feierlich eröffnet, in der einige Devotionalien zum festen Bestandteil gehören. Keinen unerheblichen Beitrag zum Gelingen der Schau hatte Dr. Christine Aka geliefert, die die 3000 Objekte umfassende Sammlung bearbeitet hatte. "Es zeigte sich, welcher Schatz hier über viele Jahre auf dem Dach gelegen hatte", sagte Christine Aka, die in die Ausstellung einführte. Bei der Präsentation gehe es nicht nur um die schönsten Stücke, um künstlerische Aspekte, es gehe auch um Volkskunst, so die Professorin. Für die Bedeutung von Religion im Alltag spreche die greifbare Materie, eben die "heiligen Dinge", Symbole und Andachtsgegenstände, in denen sich Religion äußere, erklärte Aka. Die Ausstellung gibt einen Überblick über die Vielfalt religiöser Gegenstände vom 18. bis 20. Jahrhundert. So wurden etwa Rosenkranz und Gebetbuch bereits zur Geburt als eine Art katholischer Grundausstattung dem neuen Erdenbürger geschenkt. Christine Aka erklärte: "Es waren religiöse Dinge, die das ganze Leben aufbewahrt wurden." Dass diese religiösen Dinge nun einen passenden Ort gefunden haben, dafür hatten gleich mehrere Seiten gesorgt. Zum einen die Gemeinde Kranenburg, die sich an den Kosten des Dachausbaus beteiligte. Bürgermeister Günter Steins hob in seinem Grußwort hervor, dass er stolz darauf sei, dass diese Ausstellung in einer Zeit präsentiert werde, die von Konsum und Spaßfaktor bestimmt werde. Dadurch komme der Sammlung eine Inselfunktion zu, so Steins. Dr. Norbert Kühn, Leiter des Fachbereichs Kultur beim LVR, hob hervor, dass auch der Landschaftsverband einen erheblichen finanziellen Beitrag geleistet habe: "Denn es fällt nichts vom Himmel." Auch er zeigte sich sehr zufrieden mit dem, was im Dachgeschoss des Museums Katharinenhof präsentiert wird: "Diese Ausstellung kann sich sehen lassen." Und das auch, oder gerade wegen Maria im Schnee.
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