Kleve: Der Schlepper-Liebhaber
VON JENNIFER MINKE - zuletzt aktualisiert: 20.03.2007Kleve (RPO). Stefan Pellen aus Hommersum beendete seinen Meister als Landmaschinentechniker als Jahresbester. Der 25-Jährige wuchs auf einem Bauernhof mit großen Maschinen auf und machte sein Hobby zum Beruf.
Goch-Hommersum Schon als Kind war Stefan Pellen oft auf einem Trecker unterwegs. Allerdings bewegte er sich nicht nur auf dem großen Gefährt fort, sondern interessierte sich früh dafür, was sich so im Inneren, sprich hinter der dicken Motorhaube, verbirgt. Heute repariert er die großen Schlepper nicht nur auf dem eigenen Hof der Eltern. Die freuen sich natürlich über die große Hilfe des Sohnes, wenn beispielsweise einer der Schlepper gewartet werden muss.
Geehrt von Müntefering
Der 25-Jährige ist mittlerweile Landmaschinenmechanik-Meister und hat sein Hobby zum Beruf gemacht – und das sogar als Jahresbestmeister. Nun wurde er aktuell bei der Meisterfeier der Handwerkskammer Düsseldorf als bester Meisterabsolvent im Bereich der Landmaschinenmechanik ausgezeichnet. Bundesarbeitsminister Franz Müntefering übernahm die Übergabe der Urkunden. Während der Ausbildung lernte er viele theoretische Aspekte, aber es wurden auch schon Reparaturen durchgeführt, die er immer sehr gut beherrschte. „Wenn man auf einem Bauernhof aufwächst, ist man logischerweise an allen Abläufen rund um den Hof beteiligt. Das hört auch nie auf. Obwohl ich derzeit in Rheurdt in der Firma von Frank Hellmans arbeite, mache ich mich abends zu Hause meistens auch noch einmal an die Arbeit. Es gibt schließlich immer genug zu tun“, erzählt Stefan Pellen, der als Liebhaber auch einen Schlepper-Oldtimer in der Scheune stehen hat.
Nach der Ausbildung, die 3,5 Jahre dauerte, arbeitete er zunächst ein Jahr, ehe Pellen auch noch den Meister absolvierte. Der Beruf macht ihm Spaß und er kann sich derzeit keine Alternative vorstellen. Allerdings fallen immer mehr Landmaschinen-Betriebe weg.
„Früher gab es hier in der Gegend 20 Kunden, jetzt vielleicht noch zwei. Zum einen gibt es weniger Höfe, zum anderen schaffen sich die Landwirte eher einen großen Schlepper statt zwei Kleinere an. Das bedeutet weniger Wartung“, sagt der frischgebackene Landmaschinenmechaniker, der sich aus diesem Grund auch erst einmal nicht selbstständig machen möchte. Allerdings hat der Beruf auch den Vorteil, dass man aufgrund des technischen Wissens vielseitig einsetzbar ist.
Der Familien-Schlepper auf dem Hof in Hommersum hat 110 PS. Die Reifen des riesigen Gefährtes überragen leicht einen Menschen, doch der 25-Jährige werkelt geschickt und sicher an der großen Maschine herum. Lichtmaschine, Motor, Turbolader und Kupplung – alles fällt ein paar Nummern größer aus als beim Auto.
Die Entwicklung bei den Schleppern schreitet genauso rasant voran, wie bei anderen technischen Geräten.
„Bei den modernen Schleppern ist die Elektrik viel ausgefeilter. Es gibt stufenlose Getriebe und eigentlich können viele Maschinen auch schon alleine fahren“, erklärt Stefan Pellen, die stetige Entwicklung und die neuen Anforderungen in seinem Beruf.
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