Kreis Kleve: Der Schnee kommt, das Salz geht
VON JULIA LÖRCKS - zuletzt aktualisiert: 23.12.2010 - 16:07Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für den Kreis Kleve eine Unwetterwarnung herausgegeben. Demnach wird von Donnerstag, 23. Dezember, bis Freitag, 24. Dezember, Starkschnee vorausgesagt.
Genauer gesagt erwartet der DWD zuerst Regen im Kreis Kleve, der dann komplett in Schnee übergeht. Bis zu 15 Zentimetern Neuschnee soll es geben.
Warnstufe Rot
Die Unwetterzentrale von Meteomedia gibt sogar eine Akutwarnung der Warnstufe Rot heraus. Sie erwartet lokal - in Bedburg-Hau, Goch, Kleve und Kranenburg - sogar 25 Zentimeter Neuschnee und Schneeverwehungen. In Weeze, Kevelaer und Geldern warnt Meteomedia indes vor Glatteisregen, teils auch vor Schnee.
Der Kreis Kleve nimmt diese Warnungen sehr ernst. Ab 16 Uhr sind sieben Fahrzeuge im Dauereinsatz, wie Kreispressesprecher Eduard Großkämper sagt. "Bis Freitag, 24. Dezember, räumen und streuen wir druch. 280 Tonnen Salz stehen dafür zur Verfügung."
Der Schnee kommt, das Streusalz dagegen geht. Emmerich und Rees warten bereits seit Mitte Dezember auf Nachschub. Während in Emmerich derzeit mit gestrecktem Material gestreut wird, wird der Winterdienst in Rees bereits eingeschränkt ausgeführt.
Auch in Kleve wird das Salz knapp. Wie die Straßenmeisterei Kleve auf Anfrage unserer Redaktion bekanntgab, hat die Stadt nur noch 20 bis 30 Tonnen. "Das reicht lediglich für wenige Kreuzungen", sagt Ewald Kronenberg, Leiter der Straßenmeisterei Kleve. Man warte dringend auf eine Nachlieferung. "Ich hoffe, dass wir an Heiligabend eine Lieferung bekommen", so Cronenberg. Derzeit würden die Straßen nur geräumt. Insgesamt wurden 1000 Tonnen Salz in diesem Winter verbraucht. Zum Vergleich: 2009 waren es 1600 Tonnen, in weniger strengen Zeiten 250 Tonnen.
In Geldern herrscht ebenfalls Salznot. Noch am Dienstag war die Stadt sicher, dass das Salz über die Feiertage reichen würde. „Die Stadt Geldern verfügt noch über geringe Vorräte an Streusalz. Diese Vorräte werden jetzt dafür verwendet, besonders gefährliche Passagen und Steilstrecken abzustreuen“, sagt Stadt-Sprecher Herbert van Stephoudt. Der Bauhof in Straelen dagegen hat noch 70 Tonnen. "Das reicht bis nach Weihnachten", sagt Bauhofleiter Günter Pasch.
Unfall auf der B 9, A 57 gesperrt
Die glatten Straßen sorgen auch die Polizei. Kreispressesprecher Heinz van Baal meldet bisher 17 Unfälle mit Blechschäden, die zwischen 6 und 16 Uhr auf Glätte zurückzuführen sind. Der Gesamtschaden beträgt etwa 30.000 Euro. In Kevelaer gab es allerdings gegen 4.15 Uhr einen Verkehrsunfall mit einer schwer verletzten Person auf der B 9. "Der Fahrer, ein 45 Jahre alter Mann aus Goch, kam auf der schneeglatten Fahrbahn von der Straße ab, überfuhr einen Leitsposten und prallte gegen einen Baum", so van Baal. Die A 57 zwischen Nimwegen und Krefeld, Höhe Uedem, war zudem gegen Mittag gesperrt. Nach Angaben der Autobahnpolizei ist die Fahrbahn seit 12.40 Uhr wieder frei gegeben. Offenbar hatte sich dort ein Lastwagen quer gestellt.
Auch der Airport Weeze ist vom Wetter betroffen. Nach Auskunft von Sprecher Holger Terhorst startete der Flugbetrieb am Donnerstagmorgen erst um 8.15 Uhr. "Von 6 bis 7.45 Uhr war der Betrieb vollkommen eingestellt", so Terhorst. Grund war der starke Schneefall in Weeze am Morgen. Etwa 1400 Passagiere mussten warten. Im Laufe des Tages kann es am Flughafen ebenfalls zu Verspätungen und Verzögerungen kommen. Reisende sollten sich frühzeitig über ihre Flüge informieren.
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