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Kranenburg: Der Streit ums Denkmal

VON PETER JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 09.03.2010

Kranenburg (RPO). Der Kampf gegen den Abriss des ehemaligen St.-Johannes-Hospitals in Kranenburg geht in die nächste Runde. Der Verein für Heimatschutz macht mobil. Eine Unterschriftenaktion soll den Abbruch verhindern.

Nach den Vorstellungen des Kirchenvorstandes sind die Tages des 1893 eingeweihten St.-Johannes-Hospitals gezählt.  Foto: RPO
Nach den Vorstellungen des Kirchenvorstandes sind die Tages des 1893 eingeweihten St.-Johannes-Hospitals gezählt. Foto: RPO

Jetzt macht der Heimatschutz mobil. Die Mitglieder des Kranenburger Vereins wollen verhindern, dass das ehemalige St.-Johannes-Hospital dem Erdboden gleichgemacht wird. Der Kirchenvorstand der Gemeinde St. Peter und Paul will die Abrissbirne durch das historische Gemäuer pendeln lassen.

An der Stelle soll das neue Pfarrheim gebaut werden. Grund für den Abriss des derzeit leerstehenden Gebäudes aus dem Jahr 1893 ist, dass die Kirchengemeinde recht klamm ist und sie es sich nicht leisten kann, das Gebäude zu sanieren, um es dann weiter zu nutzen. Und genau daran zweifeln die Heimatschützer. Nach einem Gutachten, das am Donnerstag in der nächsten Planungs- und Umweltausschusssitzung der Gemeinde präsentiert wird, soll die Restaurierung und spätere Nutzung keinesfalls teurer sein als Abriss und späterer Neubau.

Info

Gutachten

In einem Gutachten kommt die Kranenburger Architektin Gabriele Sauerland zu dem Ergebnis, dass eine Sanierung des Denkals die günstigere Alternative darstelle. Die Kosten für Abriss und Neubau seien für die Kirchengemeinde größer. Das Objekt würde sich selbst tragen und sei eine ideale Investition für jeden Investor, so Sauerland.

Historischer Ortskern

Die Mitglieder des Vereins für Heimatschutz argumentieren, dass das unter Denkmalschutz stehende Gemäuer zu einem Ensemble von Kirche und Pfarrhaus gehöre. Wenn in Kranenburg mit Stolz von dem historischen Ortskern gesprochen wird, so wäre dieser ohne das ehemalige St.-Johannes-Hospital zweifellos arg ramponiert.

Die Aktionsgemeinschaft gegen den Abriss wird jetzt mit Hilfe einer Unterschriftenaktion versuchen, das geschichtsträchtige Denkmal vor dem "Rückbau" zu bewahren. Falls es zu einem Gerichtstermin kommt, so soll eine stattliche Anzahl Unterschriften ein Argument für den Erhalt sein. "Wir bauen darauf, dass diese Unterschriften ihre Wirkung nicht verfehlen werden", sagt Hans Bernd Kraus vom Verein für Heimatschutz. Einiges deutet daraufhin, dass die Entscheidung auf Abriss oder Erhalt nicht in Kranenburg getroffen wird.

Ludger Janhsen vom Kirchenvorstand bekräftigte gestern: "Mehr als fünf Jahre hat sich der Kirchenvorstand mit dem Thema beschäftigt. Für uns gibt es keine andere Lösung als den Abriss. Falls unserem Antrag vom Rat nicht entsprochen wird, muss ein Gericht entscheiden, was passiert." Doch wusste Janhsen auch, wie es weitergeht, falls das Urteil nicht im Sinne des Kirchenvorstands ausfällt: "Dann wird eine andere Generation sich mit dem Thema beschäftigen. Verkaufen werden wir Grundstück und Gebäude keinesfalls. Wir können die Einwände nachvollziehen, aber für uns gibt es keine andere Lösung."

Hans Walter Nebelung, Vorsitzender des Vereins für Heimatschutz, betonte, dass das ehemalige St.-Johannes-Hospital zu den bedeutenden Denkmälern Kranenburgs gehöre und erklärte: "Der Antrag der Kirchengemeinde entbehrt jeder Sensibilität gegenüber des geschichtlichen Bezugs und der ganz persönlichen Verbundenheit vieler Bürger, die dort geboren sind oder behandelt wurden."

Falls es dennoch zu dem Abriss kommt, bliebe auch den Kranenburgern nicht viel mehr übrig, als es mit dem deutschen Schriftsteller Jean Paul zu halten. Denn der hatte einst formulierte: "Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann."

Quelle: RP

 
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