Kleve: Die Bundesliga in Kleve
VON JAN WUSTMANS - zuletzt aktualisiert: 17.05.2008Kleve (RPO). Der Presseclub Kleve hatte Ex-Akteure mit reichlich Bundesligaeinsätzen sowie einen Trainer und Journalisten zum Fußball-Talk eingeladen. Ludger Kazmierczak (WDR) und Helmut Vehreschild (RP) führten durchs Programm.
Mit seiner bereits vierten Auflage ist der vom Presseclub Kleve veranstaltete Fußball-Talk auf dem besten Wege, sich zu einer festen Größe in der hiesigen Fußballszene zu entwickeln. Die geladenen Fachleute, die alle schon beruflich in der Fußball-Bundesliga aktiv waren, überzeugten die 170 Gäste mit großem Sachverstand und wohltuender Abgeklärtheit. Die Veranstaltung in der „Neuen Mitte“, begleitet von der Big Band des Konrad-Adenauer-Gymnasiums Kellen und moderiert von Ludger Kazmierczak (WDR) und Helmut Vehreschild (RP), fand auch dieses Mal regen Zuschauerzuspruch.
1161 Einsätze
Geballte Bundesligaerfahrung beim Stammtisch: Sigi Held (422 Spiele/72 Tore), Yves Eigenrauch (229/3), Arie van Lent (120/27) und Torwart Uwe Kamps (390/0) kamen zusammen auf 1161 Spieleinsätze und 102 Torerfolge.
Europapokalhelden
Die hochkarätig besetzte Gesprächsrunde beleuchtete den Fußball und das Fußballgeschäft unter verschiedenen Gesichtspunkten: Sigi Held, einer der großen Europapokalhelden früherer Dortmunder Tage und Nationalspieler, Uwe Kamps, Gladbacher Torwartidol und jetziger Torwarttrainer, Yves Eigenrauch, Mitglied der Schalker Eurofighter, aber heute mit großer Distanz zum Fußball, Peter Neururer, Bundesligatrainer und pointierter Kommentator des Fußballgeschehens, Uli Potofski, legendärer Moderator in den ersten Stunden des privaten Fußballfernsehens und Arie van Lent, Trainer des 1. FC Kleve, boten eine kurzweilige Diskussionsrunde. Sie beleuchteten ihre eigene Karriere, das aktuelle Geschehen um die Bundesliga und die anstehende Europameisterschaft und ließen selbstverständlich auch einige Anmerkungen zum heimischen FC einfließen. Die Umstände der Entlassung von Mirko Slomka bei Schalke 04, die Krise bei Borussia Dortmund (Peter Neururer kommt als Schalker und Bochumer Vereinsmitglied laut eigener Aussage als BVB-Trainer nicht in Frage) und die Neubesetzung des Trainerposten beim FC Bayern durch Jürgen Klinsmann waren nur einige der angeschnittenen Themenbereiche.
Die gute Laune der Gesprächsrunde sorgte dafür, dass den Zuhörern aber nicht nur ernste Kost, sondern auch gute Unterhaltung geboten wurde: So sorgte Sigi Held, zur Zeit Fanbetreuer des BVB, für Lacher, als er wiederholt vom diesjährigen „Pokalsieg“ seiner Borussia sprach – Uli Potofski, gebürtiger und bekennender Schalker, konnte sich da eine korrigierende Anmerkung nicht verkneifen: „Wie der darauf beharrt, dass die den Pokal gewonnen haben, find ich toll, es war ja auch ein gefühlter Sieg.“
Eine Riesenfete
Uwe Kamps, dessen Gladbacher nach dem Aufstieg tatsächlich Grund zu einer Riesenfete hatten, musste sich aufgrund der Fernsehbilder „besorgte“ Rückfragen anhören: „Lebt ihr wieder oder trinkt ihr noch?“, wollte Ludger Kazmierczak in Anlehnung an den Slogan eines schwedischen Möbelherstellers wissen.
Als Kamps von der Aufstiegsfeier mit 85 000 Fans berichtete, zeigte sich der WDR-Moderator beeindruckt und schlug den Bogen zum 1. FC: „Ähnlich viele wie am Sonntag hier in Kleve.“ Arie van Lent wollte von verfrühten Träumen allerdings nichts wissen: „Wir müssen erstmal Leverkusen schlagen. Wer sich auf andere verlässt, ist meist verlassen.“
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