Niederrhein: Die bunte Pracht des Herbstes
VON KATHARINA SCHMELLER - zuletzt aktualisiert: 10.11.2008Niederrhein (RPO). Der Förster Stefan Jeschke erklärt, warum die Blätter von den Bäumen fallen und warum sie im Herbst die Farbe wechseln.
Auf die Frage, warum im Herbst die Blätter ihre Farbe wechseln, antwortet Förster Stefan Jeschke zunächst poetisch: „Weil uns der Herbst als Künstler der Natur vor dem grauen Winter mit einer bunten Farbenpracht noch einmal erfreuen möchte“. Aber es gebe natürlich auch eine biologische Erklärung.
Wer in diesen Tagen durch den Wald spaziert, wird die bunte Blätterpracht genießen, doch wer an Alleen wohnt, wird heimlich fluchen und sich vielleicht die Frage stellen, warum mit einem Mal alle Bäume „wissen“, dass sie ihr Laub abwerfen müssen.
„Da gibt es zwei entscheidende Faktoren, die für eine Pflanze den Herbst einleiten“, erklärt Stefan Jeschke, der seit 15 Jahren als Förster in den Duisburger Wäldern tätig ist. „Zum einen gilt die abnehmende Tageslänge als Indikator für den Blattfall.“ Aber auch die Temperatur bestimmt den natürlichen Zyklus einer Pflanze.
„Niedrige Nachttemperaturen verbunden mit relativ hohen Tagestemperaturen bewirken eine rasche Blattalterung und eine intensive Herbstfärbung“, so Jeschke. Bleibt es mild und steht der Baum beispielsweise in der Nähe einer Straßenlaterne, so wird er sich mit dem Ablauben Zeit lassen.
Ist es aber dunkel und kalt, produziert die Pflanze kein Chlorophyll mehr, das für die grüne Färbung der Blätter sorgt. Nach Abbau dieses chemischen Stoffes werden die gelben, orange-farbigen und braunen Blattpigmente sichtbar. Carotin färbt die Blätter gelb bis rot, Xanthophylle gelb bis braun und das leuchtende Rot stammt von Anthocyanen. All diese Stoffe sorgen für die bunte Pracht, an der wir uns bei einem Herbstspaziergang erfreuen können.
Im Garten kompostieren
In erster Linie dient der Laubfall dem Verdunstungsschutz. Würden die Blätter nicht abfallen, würde der Pflanze die Austrocknung drohen. An klaren Wintertagen ist die Luft meist sehr trocken, und bei Frost kann kein Wasser aus dem Boden aufgenommen werden. Das gefrorene Wasser in und zwischen den Blattzellen würde zu einer Art Embolie führen.
Im eigenen Garten rät der studierte Forstwissenschaftler zur Kompostierung. Allerdings sollte man Laub unter den Sträuchern liegen lassen, da es als Frostschutz für die Pflanze dient und Tieren einen Platz zur Überwinterung bietet.
In diesem Jahr hat der Laubfall etwa zwei Wochen früher begonnen als gewöhnlich. Jeschke führt das auf die Klimaerwärmung zurück: „Die Lebenszeit eines Blattes ist begrenzt. Wenn der Frühling früher beginnt, verschieben sich die anderen Jahreszeiten nach vorne.“
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