Kreis Kleve: Die Chefin der Lehrerausbilder
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 10.02.2012Kreis Kleve (RP). Dr. Micaela Krone ist die neue Leiterin des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung in Kleve. Das Zentrum bildet Referendare und Lehramtsanwärter für alle Schulformen in den Kreisen Kleve und Wesel aus.
Nicht nur der Name ist neu: Das gute alte Lehrerseminar hat ausgedient – es heißt jetzt Zentrum für schulpraktische Ausbildung, kurz "ZfsL". Und auch die Lehrer-Ausbildung hat sich geändert. Sie dauert keine zwei Jahre mehr, sondern 18 Monate, weil künftig mit der Änderung des Lehramtsstudiums auf Bachelor und Master schon während des Studiums ein sechsmonatiges Praxissemester vorgesehen ist (Absolventen mit Praxissemester kommen aber erst 2015 an das ZsfL Kleve). Der Abschluss heißt aber weiterhin Staatsexamen.
Dr. Micaela Krone beginnt als neue Leiterin des Klever ZfsL in einer Zeit des Umbruchs. "Es ist eine spannende Zeit", sagt sie. Krone strahlt. Sie hat sichtlich Spaß an der Herausforderung, die neue Lehrerausbildung in ihrem Zentrum zu organisieren und umzusetzen.
260 Schulen
600 Referendare und Lehramtsanwärter werden an 260 Ausbildungsschulen in den Kreisen Kleve und Wesel im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung ausgebildet.
Von den 260 Schulen sind 134 Grundschulen.
Einmal die Woche kommen die Lehramtskandidaten in Kleve zusammen.
Für alle Standorte solcher Zentren gibt es ein so genanntes Kern-Curriculum, nach dem ausgebildet wird.
Das Zentrum in Kleve bildet Lehrer in allen Schulformen aus: für das Lehramt an Grundschulen, das Lehramt an Haupt-, Real- und Gesamtschulen, das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen und nicht zuletzt für das Lehramt für sonderpädagogische Förderung. Mit Blick auf die eingeforderte Inklusion brauche man künftig eigentlich noch viel mehr Sonderpädagogen, sinniert Krone. Doch auch die Aussichten für die Lehrer der anderen Schulformen seien gut: Überall – außer an den Grundschulen – stehe eine Pensionierungswelle an.
Das Lehramtsstudium wird künftig mehr an der Praxis als bisher am Fachwissen orientiert sein, erklärt die Seminarleiterin. Und nicht nur im Klever ZfsL werden sich angehende Lehrer künftig mit Deutsch als Zweitsprache beschäftigen. Es gilt ebenso, für die Pädagogen psychologische Grundlagen zu schaffen. "Wir wollen ja auch wissen, was braucht das Kind, was kann es", sagt Krone. Das seien, so die ZfsL-Leiterin, gerade auch für die neuen Schulformen mit längerem gemeinsamen Lernen wichtige Kriterien.
Weiterhin sollen sich die Referendare und Lehramtsanwärter in der Beratung von Schülern und Eltern üben, sie sollen lernen, das "Einzelkämpfertum" zu überwinden und mehr im Team zu arbeiten. "Das halten wir für absolut wichtig", sagte Krone. Sie ist stolz darauf, dass von den 600 künftigen Lehrern, die am Klever ZfsL ausgebildet werden, rund ein Drittel in der Region bleibt. "Mit der neuen Lehrerausbildung werden wir eine noch engere Kooperation zu den Schulen pflegen", sagt Krone. An jeder Schule gibt es einen Ausbildungsbeauftragten.
Krone selbst ist erfahrene Lehrerin, arbeitete an Schulen in Kevelaer und Kleve, leitete mehrere Jahre das Seminar für das Lehramt an Haupt-, Real- und Gesamtschulen. Die Leipzigerin war seit 1977 Lehrerin in der DDR, studierte in Leipzig Didaktik, Physik und Mathematik und promovierte. 1989 kam sie nach Kleve. Inzwischen ist sie in der alten Herzogstadt zu Hause, ihre drei Kinder sind groß. Und ihre vier Enkelkinder begleiten sie im Zentrum – als Foto auf dem Schreibtisch.
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