Kalkar: Die drei aus der Sauna
VON TOBIAS KLEINEBRAHM - zuletzt aktualisiert: 27.04.2007Kalkar (RPO). Nach ihrem Auftritt bei Thomas Gottschalk, wiederholen drei Sauna-Freunde aus Kalkar ihre Duschkabinen-Wette nun beim chinesischen „Wetten dass..?“-Ableger – vor einer halben Milliarde Zuschauer.
Was dabei heraus kommt, wenn drei Sauna-Freunde aus Kalkar zusammen hocken und sich beim geselligen Schwitzen die Zeit vertreiben, davon konnten sich 10 Millionen deutsche Fernsehzuschauer schon vor anderthalb Jahren überzeugen.
Damals, am 10. Dezember 2005, traten Matthias Vollmer, Lothar Müller und Thomas Kliem in Gottschalks „Wetten dass..?“-Sendung mit einer geradezu genial einfachen Wette an: Matthias Vollmer und Lothar Müller errieten mit verbundenen Augen Worte, die Thomas Kliem mit dem Finger quietschend auf die Wand einer Duschkabine schrieb. Mit genau dieser Wette treten die drei nun noch einmal an, und zwar am 6. Mai in der chinesischen Wetten-dass-Kopie „Wanna Challenge“.
Wie alles begann
Die Idee zur Duschwand-Wette wurde zwischen zwei Saunagängen geboren als Thomas Kliem geräuschvoll ein Wort auf eine beschlagene Duschwand schrieb. „Ratet mal, was ich jetzt gern hätte“, fragte er seine beiden Sauna-Kollegen. Die wussten natürlich sofort , was er wollte: „Bier“. Etliche Saunagänge später stand dann die Wette. Als Partygag reicht den Dreien mittlerweile auch ein wasserbenetzter Teller zum Quietschen.
Eigentlich hatte das quietschfidele Trio das Kapitel „Wetten dass“ bereits abgehakt. Von dem Gewinn (3 000 Euro) hatten sie sich einen Segelturn auf der Ostsee gegönnt, der Rest waren schöne Erinnerungen an ein paar aufregende Tage am ZDF-Set zwischen Robbie Williams, und Jaqueline Bisset. Bis Thomas Kliem vor gut einem Monat eine Email ins Haus flatterte von einerFirma von Thomas Gottschalks Bruder Christoph, der deutsche Wetten im Ausland vermarktet.
Nun „Fastfood“ statt „Altbier“
Von da an ging alles recht schnell. Denn auch nach über einem Jahr waren die drei Sauna-Kumpel noch nicht aus der Übung. „Wenn man sich einmal eingehört hat, verlernt man das nicht mehr“, sagt Matthias Vollmar. Er und Lothar Müller, die beiden Hörenden in dem ganzen Geschehen, haben sich aus den Quietschgeräuschen von Thomas Kliem eine Art Morsealphabet zurecht gelegt.
„Es gibt hellere und dunklere Quietsch-Töne, kurze und lange“, sagt Lothar Müller, „daraus erkennt man dann erst Buchstaben und dann ganze Worte.“ So errieten sie beim „Wetten dass“ Worte wie „Weltmeister“und „Altbier“.
Für die Live-Sendung in Peking musste die Wette allerdings etwas modifiziert werden. Schließlich kommen dem chinesischen Publikum deutsche Worte allenfalls spanisch vor. „Aber den Duden können wir eh schon komplett“, lacht Thomas Kliem, und so trainiert er mit seinen beiden Mitstreitern seit einigen Wochen international gebräuchliche Worte wie „Fastfood“ oder „Sunset“.
Ansonsten aber wissen die drei noch nicht wirklich, was sie erwartet, wenn sie am 2. Mai in Frankfurt den Flieger nach China nehmen. Nur soviel, dass „Wanna Challenge“ die populärste Sendung in China ist mit rund einer halben Milliarde Zuschauer.
Zu gewinnen gibt’s diesmal zwar nichts, dafür gehören diverse Ausflüge durch China mit deutscher Reiseleitung zum Rahmenprogramm. „Und wenn wir erstmal Rentner sind“, scherzt Thomas Kliem, „dann reisen wir mit unserer Wette nur noch um die Welt. Wetten dass gibt’s schließlich auch noch in anderen Ländern.“
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