Kleve: Die erste Schiedsfrau
zuletzt aktualisiert: 09.03.2007Kleve (RPO). Echte Premiere im Emmericher Amtsgericht. Erstmals wurde hier eine Frau für das Schiedsamt vereidigt. RP-Redakteur Sebastian Latzel unterhielt sich mit Astrid Walter, die Assistentin der Ärztlichen Direktorin der Rheinischen Landesklinik Bedburg-Hau ist.
Sie sind die erste Schiedsfrau im Amtgerichtsbezirk Emmerich und wurden auch noch ausgerechnet am Internationalen Frauentag vereidigt.
Walter Das war mir ehrlich gesagt gar nicht bewusst. Natürlich wusste ich, dass heute Frauentag ist, aber das war wohl nur ein Zufall. Amtsgerichts-Direktor Edmund Verbeet hat aber in seiner kurzen Ansprache deutlich gemacht, dass er stolz ist, dass eine Frau dieses Amt übernimmt.
Es ist heutzutage nicht immer leicht, jemanden für das Schiedsamt zu gewinnen. Wie sind Sie dazu gekommen?
Walter Mein Mann ist Stadtbrandinspektor in Rees und wurde angesprochen, ob er jemanden für dieses Amt kennen würde. Und mein Mann wusste, dass ich von meiner früheren Tätigkeit her bereits Interesse daran hatte, einmal Schöffe zu werden.
Was haben Sie früher gemacht?
Walter Bevor ich 1999 nach Millingen gekommen bin, war ich stellvertretende Bürgermeisterin und Kämmererin in Bernau bei Berlin. Schon damals hatte ich Interesse, mich in dieser Richtung zu orientieren. Als mein Mann mich jetzt gefragt hat, habe ich zugesagt. Ich denke, dass ich die Aufgabe sehr gut angehen kann, weil ich es gewohnt bin, viel mit Menschen umzugehen. Das wird bei dieser Tätigkeit sicher hilfreich sein.
Wissen Sie schon, wann Sie zum ersten Mal zum Einsatz kommen werden?
Walter Nein, noch nicht, und schön wäre es ja auch, wenn ich gar nicht so oft einzugreifen bräuchte. Denn Ziel ist es, dass ein Streit gar nicht erst hochkocht und man das Problem bereits im Vorfeld aus der Welt räumt. Eigentlich ist es beim Schiedsamt ausnahmsweise mal am besten, wenn man arbeitslos bleibt (lacht).
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