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Kreis Kleve: Die höchsten Einkommen sind im Südkreis

VON LUDGER DISTELKAMP - zuletzt aktualisiert: 09.09.2010 - 09:38

Kreis Kleve (RPO). Zum Armenhaus in NRW gehört Kranenburg im Norden des Kreises an der Grenze zu den Niederlanden. Das teilte gestern das Statistische Landesamt mit.

Das verfügbare Einkommen in der Gemeinde habe im Jahr 2008 pro Einwohner bei 14 320 Euro gelegen, so die Berechnungen. Damit rangierte die Nordkreis-Kommune knapp vor dem nordrhein-westfälischen Schlusslicht Selfkant im Kreis Heinsberg mit 14 172 Euro.

Verzerrte Rechnung

Doch Kranenburg ist besser als sein statistischer Ruf. Die Berechnungsmethode beziehe sich auf die inländischen Einkommen und führe zu Fehlinterpretationen, sagte Bürgermeister Günter Steins auf Anfrage der RP. Denn ein großer Bevölkerungsanteil aus der Gemeinde erziele die Einkünfte im Nachbarland. Das gelte nicht nur für Niederländer, sondern auch für Deutsche, die dort zunehmend Arbeit fänden. Der Bürgermeister wünscht sich, dass das Landesamt künftig kein verzerrtes, sondern ein realistisches Bild zeichnet. So sollten Einkünfte der Kranenburger Einwohner, die im Nachbarland erzielt würden, in die Statistik einfließen.

Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte im Kreis Kleve lag nach Angaben der Statistiker im Jahr 2008 bei 18 250 Euro pro Kopf und erreichte damit nicht den Landesdurchschnitt. Die Zahl hatte in NRW rein rechnerisch bei 19 837 Euro betragen. Unter dem verfügbaren Einkommen verstehen die Experten die Summe, die für Konsum und Sparen im Portemonnaie sind.

Es gibt ein Nord-Süd-Gefälle im Kreis bei den Einkommen. Da haben Südkreis-Bewohner teilweise deutlich mehr Geld für Konsum und Sparen übrig als die Menschen im Norden. Die Südkreis-Einkünfte liegen teilweise sogar höher als der Landesdurchschnitt. Das ist der Fall in Geldern mit 19 938 Euro, in Straelen mit 20 188, in Rheurdt mit 20 248 Euro, in Kerken mit 20 542, in Issum mit 21 334 und in Wachtendonk mit 21 336 Euro. Im Mittelkreis brachten es Kevelaer auf 19 271 und Goch auf 18 204 Euro.

In Kleve hatte im Jahr 2008 jeder Einwohner rein rechnerisch 17 086 Euro in der Tasche. Die weiteren Zahlen: Uedem (18 575), Rees (17 381), Emmerich (17 364), Kalkar (16 899) und Bedburg-Hau (16 445). Weeze steht mit 14 742 Euro kurz vor Kranenburg auf dem vorletzten Platz im Kreis.

Quelle: RP

 
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