Kranenburg: Die Italien-Bande geschnappt
VON PETER JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 23.02.2010 - 10:52Kranenburg (RPO). Sieben Italiener hatten vor zwei Wochen den Geldautomaten der Volksbank Kleverland in Nütterden geknackt. Beim zweiten Versuch in der Kranenburger Geschäftsstelle wurde die Bande auf frischer Tat überrascht.
Sie hatten Großes vor, doch kam ihnen ein Polizist in die Quere. Am Samstag waren Italiener in die Kranenburger Filiale der Volksbank Kleverland eingebrochen. Ziel ihres Unternehmens: Knacken der Geldautomaten. Doch dazu kamen sie nicht. Um 5.35 Uhr kam ein Polizeibeamter an der Volksbank vorbei und war erstaunt über die zahlreichen Autos mit italienischen Kennzeichen, die auf dem Kranenburger Marktplatz standen. Für den Beamten war offensichtlich: Gefahr im Verzug. Denn eines der Fahrzeuge, ein silberner Audi S 6, wurde gesucht.
Flucht mit vier Autos
Der Polizist, der nicht im Dienst war, rief die Leitstelle in Kleve an. Die Einbrecher bemerkten, dass sich vor der Volksbank-Filiale einiges zu ihren Ungunsten entwickelte und sie sich auf einem guten Weg befanden, auf frischer Tat ertappt zu werden. In vier Autos flüchteten die sieben Täter. Drei Wagen konnte die Polizei auf der B 504 zwischen Kranenburg und Goch stellen. Hier wurden vier Personen im Alter zwischen 29 und 50 Jahren festgenommen. Der Rest der Bande flüchtete in dem silberfarbenen Audi S 6. Das Fahrzeug wurde am Samstag um 9.40 Uhr auf dem Waldparkplatz an der Triftstraße in der Nähe der Niers am Asperberg gefunden.
Polizei bittet um Hilfe
Die Kripo Kalkar hat folgende Fragen:
1. Wer hat Samstag, 20.2., zwischen 5 und 6 Uhr im Zentrum Kranenburgs verdächtige Beobachtungen gemacht?
2. Wer kann Angaben zu dem silberfarbenen Pkw Audi S 6 machen, der zwischen 5.40 Uhr und 6.10 Uhr über die B 504 in Fahrtrichtung Goch flüchtete ?
3. Wer hat verdächtige Personen im Bereich des Abstellortes des Audi S 6 im Bereich Triftstraße / Asperberg beobachtet oder Personen auf dem Weg aus Richtung Aspermühle nach Materborn/ Querallee in der Zeit von 6 bis 10 Uhr beobachtet?
Hinweise an: Tel. 02824 880.
Mit Schweißbrenner
Bei der "Combo" aus Italien handelte es sich um dieselben Diebe, die bereits am Samstag vor zwei Wochen um 1.25 Uhr in die Geschäftsstelle der Volksbank in Nütterden einbrachen. Dort öffneten sie mit Hilfe eines Schweißbrenners den Geldautomaten. Bereits damals hatte ein Zeuge beobachtet, wie mehrere Täter in einem silberfarbenen Audi flüchteten. Sicher war nach dem Einbruch auch, dass es sich um Vollprofis handelt, denn sie kannten genau die Schwachstellen des Geräts.
Volksbank-Vorstandschef Frank Ruffing war nach dem erfolgreichen Zugriff der Polizei gestern erleichtert: "Unsere Vorkehrungen, die wir nach dem Einbruch in Nütterden trafen, haben sich ausgezahlt." Die Tatsache, dass die Täter die einzige Schwachstelle dieser Generation Geldautomaten kannten, ließ vermuten, dass sie erneut aktiv werden. Denn in der Kranenburger Filiale stand der letzte Automat dieser Serie. Bei den restlichen Geräten der Volksbank sind bereits neuere Fabrikate im Einsatz. Eine weitere Vorsichtsmaßnahme, neben der häufigeren Kontrolle der Volksbank-Filiale, war, dass die Geldautomaten mit weniger Banknoten ausgestattet wurden.
Gegen die vier gefassten Diebe wurde Haftbefehl wegen Verdachts des Bandendiebstahls erlassen. Die drei Geflüchteten, die ihren Audi auf dem Parkplatz an der Triftstraße abgestellt hatten, sind zuletzt am Samstag, 9.55 Uhr, an der Kreuzung Triftstraße/Querallee in Materborn gesehen worden. Dort haben sie ein Taxi angehalten, mit dem sie zum Düsseldorfer Hauptbahnhof gefahren sind.
Weg abgesucht
Gestern waren Kräfte der Bereitschaftspolizei zwischen Asperden und Kleve unterwegs, und suchten den Weg des Trios nach Materborn ab. Im Kofferraum des Audis wurden mehrere Einbruchwerkzeuge gefunden. Das Fahrzeug selbst war in Bergisch-Gladbach gestohlen und mit falschen Kennzeichen aus Aachen versehen worden.
Volksbank-Chef Frank Ruffing zeigte sich erstaunt, dass gleich sieben Täter an den Einbrüchen mitwirkten: "Wenn die das Geld durch sieben teilen müssen, da kann ich auch aus diesem Grund nur empfehlen, sich doch besser einem redlichen Broterwerb zuzuwenden." Doch aktuell wird noch durch drei geteilt. Fragt sich nur wie lange?
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