Kleve: Die Klever Stadtschreiberin
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 24.09.2009Kleve (RPO). Nicola Buddecke wird künftig über die Klever Hochschule schreiben, wie sich die Studenten in Kleve einleben, wie sich die Stadt entwickelt. Die 21-jährige Kleverin wohnt in Kellen und studiert in Nimwegen.
Nicola Buddecke hat den Federkiel gespitzt: Sie wird das Werden der Hochschule Rhein-Waal und den Wandel der Stadt Kleve zum Hochschulstandort schreibend begleiten. Die 21-jährige Kleverin wurde gestern als die erste Stadtschreiberin von Frank Ruffing, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Kleverland, in der Oberstadt vorgestellt, während unten in der Stadt Landes-Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart Studenten und Lehrende der neuen Hochschule Rhein-Waal (HRW) begrüßte.
Tatsächlich ist ihr Werkzeug nicht der mittelalterliche Federkiel, sondern eher eine moderne Tastatur, in die Stadtschreiberin Nicola Buddecke ihre Geschichten über die Hochschule tippen wird. "Ich werde mit Studenten reden, was sie sich vom Studium vorgestellt haben, wie sie in Kleve zurechtkommen, was sie gut finden, was sie vermissen", sagt die 21-Jährige. Sie wird dazu beobachten, wie sich die Stadt verändern wird. Das ist auch die Aufgabe der Stadtschreiberin, die aus dem Ideenwettbewerb der Volksbank Kleverland als "Siegeridee" zur neuen Hochschule hervorging. Also wurde die mit 500 Euro pro Semester datierte Stelle ausgeschrieben.
Die Chronik
Mit den Texten von Nikola Buddecke wird eine Art Chronik der Ereignisse um die Hochschule geschrieben – ganz aus der Sicht der Stadtschreiberin.
Die Rheinische Post wird die Geschichten einmal in der Woche veröffentlichen. In der nächsten Woche wird damit begonnen, da dann auch die Vorlesungszeit an der Hochschule Rhein-Waal startet.
Auswirkungen
Nikola Buddecke ist selbst Studentin: Sie studiert an der Hogheschool Arnhem Nijmegen (HAN) Sozialpädagogik, arbeitet gleichzeitig in Neukirchen und wohnt in Kleve. Sie kennt aber nicht nur das Studentenleben in recht kleinen Gruppen einer Hochschule wie in Nimwegen. "Ich hatte in Wuppertal angefangen, Pädagogik und Sozialwissenschaften zu studieren und habe dort den Betrieb an einer großen Uni erlebt", sagt sie.
Zusätzlich hat sich die angehende Sozialpädagogin einige Jahre ehrenamtlich in der Klever Jugendarbeit engagiert, war im Radhaus-team. Da das Radhaus Tür an Tür mit der künftigen Hochschule liegt, erfuhr sie auch hautnah, wie man sich schon vor dem Start der Hochschule Gedanken über die Auswirkungen machte. "Wir haben überlegt, ob wir ein Studentencafé einrichten, ob wir häufiger öffnen", erinnert sie sich. "Alles, was sie erlebt, was ihr zugetragen wird, wird sie als Zeitzeugin begleiten und damit dieses für Kleve historische Ereignis der Hochschulgründung festhalten", freute sich Ruffing.
Vorgaben hat die neue Stadtschreiberin nicht. Bis jetzt hat sie noch nicht öffentlich geschrieben, hat aber beim Aufbau der Radhaus-Web-Seite Spaß daran gefunden und erinnert sich gerne an ihren Deutsch-Leistungskursus am KAG bei Monika Baltes: "Vielleicht wurden hier die Grundlagen gelegt", sinniert die Stadtschreiberin.
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