Kleve: Die Männer im Salz
VON MICHAEL KLATT - zuletzt aktualisiert: 21.11.2008Kleve (RPO). Gut gerüstet sind die Straßenmeistereien im Kreis Kleve für den jetzt angesagten ersten Wintereinbruch. Seit Anfang November sind die Bereitschaftspläne bereits fertig. Sechs Fahrzeuge warten auf den Einsatz.
kreis kleve Heute um 11 Uhr sieht Klaus Gietmann klar. Dann ruft der Leiter des Bauhofs und der Straßenmeisterei des Kreises Kleve den aktuellen Bericht des Deutschen Wetterdienstes ab. Und dann entscheidet er, ob und wie viele seiner Leute er losschickt, um den Autofahrern auf den rund 270 Kilometern Kreisstraßen ein Fortkommen zu ermöglichen.
Die Verkehrsteilnehmer haben mit dem ersten Wintereinbruch zu rechnen. Schneeschauer bis ins niederrheinische Flachland und Temperaturen um den Gefrierpunkt sagten die Wetterfrösche gestern fürs Wochenende voraus. „Wir werden in der Nacht auf Samstag wohl gegen 3 Uhr ausrücken müssen“, erwartet Gietmann Mehrarbeit für das zwölfköpfige Team des Bauhofs.
Verhältnis 70 zu 30
Sechs Fahrzeuge stehen bereit, und reichlich Salz, mit dem sie beladen werden können. 300 Tonnen Streusalz hat der Bauhof in seiner Halle in Bedburg-Hau gebunkert, dazu 25 Tonnen Flüssigsalz. Im Verhältnis 70 zu 30 werden die beiden Komponenten auf die Straßen gestreut. „Wir nehmen diese Mischung, damit das Salz nicht so schnell verweht und damit die Tauwirkung besser ist“, erklärt Gietmann die Beigabe von 30 Prozent Flüssigsalz.
Auf diese Mixtur schwört auch Ewald Kronenberg. Er leitet die mit 30 Mann besetzte Straßenmeisterei Kleve des Landesbetriebs Straßen NRW, die für rund 300 Kilometer Bundes- und Landesstraßen sowie für etwa 240 Kilometer Radwege zuständig ist. Er hat einen Salzvorrat von ungefähr 600 Tonnen, dazu für die Beigabe noch 40 Tonnen Feuchtsalz, die Sole. Die bestand früher aus Natriumchlorid, ist jetzt aber durch Kaliumchlorid ersetzt. Der Grund: In Stoßzeiten kam die Industrie mit der Lieferung nicht nach. Kronenberg: „An einem Winterwochenende verbrauchen wir bis zu 30 Tonnen Sole.“
Wie die anderen Straßenmeistereien hat auch die des Landesbetriebs in Geldern seit etwa Anfang November den Bereitschaftsplan fertig. Leiter Bernd Kauertz und sein Team haben ungefähr die gleiche Menge an Straßen- und Radwegkilometern zu betreuen wie ihre Kollegen in Kleve. „Ab 2.30 Uhr ist der Streckenkontrolleur unterwegs. Nach Bedarf werden dann die fünf Streubezirke abgefahren“, beschreibt Kauertz das Vorgehen bei Winterwetter, das mit den umliegenden Kommunen abgestimmt werde.
Die Menge
Um die 1200 Tonnen Salz verbrauchen Kauertz und seine Männer pro Winter. „Das war die Menge 2005/2006“, erinnert sich Guido Jonkmanns, der seit 1985 in der Straßenmeisterei Geldern. Während der letzten beiden Winter wurde längst nicht so viel Streugut gebraucht. „Aber auch, wenn nicht so viel Salz benötigt wird“, sagt Jonkmanns, „raus müssen wir trotzdem.“
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