Kleve: „Die SPD hat kein Konzept“
VON JÜRGEN LOOSEN - zuletzt aktualisiert: 07.11.2007Kleve (RPO). Nach dem Paukenschlag bekommt der aus der SPD-Fraktion ausgetretene Gerd Driever viel Lob aus den anderen Lagern. Seit gestern Abend ist er Mitglied der CDU-Fraktion. Die hat mit seiner Stimme die absolute Mehrheit.
Der allergrößte Teil der politischen Welt Kleves ist gestern vom RP-Exklusiv-Interview mit dem aus der SPD-Fraktion ausgetretenen Gerd Driever mehr als überrascht worden. Gestern Abend kam das Echo auf den Paukenschlag: Gerd Driever gehört ab sofort der CDU-Fraktion an. Er ist der Partei beigetreten und kann heute für die CDU an der Ratssitzung teilnehmen.
„Nur Hobbyreiterei“
Im Gespräch mit der RP konkretisierte der 52-jährige Klever gestern die Vorwürfe an die Genossen: „Nach dem Rausmobben von Peter Brückner hat die SPD kein Konzept mehr. Das ist nur noch Interessen-Hobbyreiterei von einzelnen Leuten, ohne politischen Ansatz. Die Politik besteht aus Angriffen auf Personen wie auf meine und ich sehe nicht ein, dass ich mich für meine Fachkenntnis in der Fraktion entschuldigen muss“, sagte der Diplom-Kaufmann.
Heute tagt der Rat
Wenn nicht alle Zeichen trügen, wird Gerd Driever schon heute Abend ab 17 Uhr in der Klever Ratssitzung seine Premiere als CDU-Ratsherr geben. Das Parteibuch und das Okay der CDU-Fraktion hat er in der Tasche. Übrigens wird um 17 Uhr von Kämmerer Willibrord Haas schon der Etat 2008 eingebracht.
Das sieht SPD-Fraktionschef Alexander Frantz naturgemäß anders: „Die Vorwürfe sind allgemeiner Natur, das ist Nachkarten. Wir haben keine Mehrheit und können deshalb auch nicht gestalten. Dass Gerd Driever aber jetzt mit fliegenden Fahnen zur CDU übergelaufen ist, das kommt schon mehr als überraschend. Aber eine Fußballelf funktioniert bekanntlich auch mit elf Mann“.
Sehr viel mehr Leute hat CDU-Kontrahent Udo Janssen, der mit seiner jetzt 23-köpfigen Mannschaft und der Bürgermeister-Stimme wieder über die absolute Mehrheit im Rat verfügt. „Fachlich und menschlich ist der Gerd Driever ein feiner Kerl und wenn er sich bei uns wohl fühlt, freut uns das sehr“, sagte der Rechtsanwalt ohne jegliche Schadenfreude wegen des Austritts: „Das ist uns bekanntlich auch schon passiert“. Zur Frage, ob die schwarz-grüne Koalition auch künftig Bestand hat, sagte Janssen: „Ja, wir haben das zwei Jahre gut hingekriegt, obwohl das viele bezweifelt hatten und wir wollen diesen Kurs beibehalten“.
Ins selbe Horn blies für die Bündnisgrünen Dr. Artur Leenders: „Die Listenverbindung ist unabhängig von der Mehrheit der CDU. Wir wollen gemeinsam Dinge realisieren. Ich sehe da kein Hindernis“. Zum Driever-Einzug in die CDU sagte er: „Unsere Fraktion schätzt ihn wegen seines großes Sachverstandes, er wird ein Gewinn für die Koalition sein“.
Bürgermeister Theo Brauer sah das exakt genau so: „Das ist ein herber Verlust für die SPD und ein großer Gewinn für die CDU und alle Bürger, diesen wertvollen Mann nicht im Rat verloren zu haben. Ich schätze Gerd Driever als wertvollen Menschen mit hoher fachlicher Qualifikation. Der Entschluss, zur CDU zu wechseln, ist ihm sicher nicht leicht gefallen“.
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