Kleve: Die Stadt als Marke
VON LUDGER DISTELKAMP - zuletzt aktualisiert: 03.02.2007Kleve (RPO). Premiere für die Zukunftswerkstatt Kleve, die RP und Volksbank Kleverland präsentieren. Thema der Expertenrunde: Der Einzelhandelsstandort im Jahr 2010. Die Stadt als Ganzes vermarkten. Kommunikationsprobleme.
„Wir wollen Impulse für die Stadt und das Umland geben. Wir wollen etwas bewegen“, sagte Frank Ruffing als Vorstandssprecher der Volksbank Kleverland bei der Premiere der „Zukunftswerkstatt Kleve“. Die RP und die Volksbank Kleverland hatten Experten aus dem Handel zum Gedankenaustausch eingeladen. Thema der ersten bemerkenswerten Diskussion „Zukunftswerkstatt Kleve - Der Einzelhandelsstandort im Jahr 2010“. Jürgen Loosen, Redaktionsleiter der RP Kleve, betonte, dass die Rheinische Post mit der Gesprächsrunde an eine Berichterstattung aus dem Jahr 1999 anknüpft, als in der Serie „Kleve 2000 +“ Fachleuten in einem zwanglosen Dialog ein Forum gegeben wurde, Entwicklungen zum Wohle der Klever Region anzustoßen.
Keine zwei GmbH
Regelmäßige Treffen
Die Zukunftswerkstatt Kleve wird sich in regelmäßigen Abständen treffen und verschiedene Themen anpacken. Die Teilnehmer der ersten Runde waren: Nina Kiesow, die mit Ehemann Sebastian das Lederwarenfachgeschäft Kiessow bags und travel führt, die für Handel und Dienstleistung zuständige IHK-Geschäftsführerin Astrid Schulte, Kaufhof-Geschäftsführer Herbert Wetzels, Neue Mitte-Geschäftsführer Helmut Tönnissen, der Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes Kleve, Manfred Dreis, und Wirtschaftsförderer Rudolf Röhrl. Moderatoren waren Frank Ruffing und Jürgen Loosen.
Kleve muss mit seinem unverwechselbaren Gesicht als Einheit um Kunden werben. Schwanenburg, Museen oder die Hügellage seien „Alleinstellungsmerkmale“ der Stadt, so die Teilnehmer über die „Marke Kleve“. Doch die Experten beklagten, dass es Schwachstellen bei der Vermarktung und Kommunikationsprobleme gibt. Straßengemeinschaften seien zwar gut, aber es müsse „ein Dach“ für den Außenauftritt Kleves geben, forderte Astrid Schulte, Geschäftsführerin bei der Niederrheinischen IHK für Handel und Dienstleistung. „Wir brauchen mit Kleve Marketing und Wirtschaftsförderung keine zwei GmbH. Die Wirtschaftsförderung soll die Aufgaben übernehmen. Wir brauchen eine übergreifende Organisation“, wünscht sich Manfred Dreis als Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes Kleve. „Ich setze aufs neue Pferd der Wirtschaftsförderung“, stimmte Helmut Tönnissen zu. Der Geschäftsführer der Neuen Mitte sparte auch nicht mit Kritik am Kleve Marketing: „Eine Broschüre ist zwar in Englisch und Deutsch, aber aus Kostengründen nicht in Niederländisch erstellt worden. Dann haben sie es nicht verstanden.“
Ein Konzept anbieten
Kaufhof-Geschäftsführer Herbert Wetzels belegte die Argumentation von Tönnissen für sein Haus mit Zahlen: „Der Kaufhof bietet mit seinem Sortiment wohl ein Querschnitt des Klever Angebotes. Wir machen 30 Prozent unseres Umsatz mit Holländern. Die Tendenz ist steigend.“ Den Händlern müsse ein Konzept für die „Stadt als Ganzes“ geboten werden, wo alle, auch Filialisten, zu Investitionen bereit seien, betonte Nina Kiesow und stellte fest: „Es ist sehr schwer, sich in Kleve durchzusetzen.“
Wirtschaftsförderer Rudolf Röhrl sagte, die „alten Zöpfe“ müssen abgeschnitten werden. Stadtplanung, die Gesellschaften Kleve Marketing und Wirtschaftsförderung hätten sich zusammengesetzt, um die Stadt nach vorne zu bringen. „Ob das nun eine GmbH oder zwei Gesellschaften machen, ist zweitrangig. Es geht darum, dass die Menschen miteinander können“, so Röhrl.
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