Kalkar: Die "Wunderfrau" aus Wissel
VON WERNER STALDER - zuletzt aktualisiert: 09.02.2009Kalkar (RPO). Dass auch eine fröhliche, karnevalistisch geprägte Veranstaltung unter die Haut gehen kann, bewies der Festakt zur Verleihung des "Goldenen Ochsenordens" an Josefa Hartjes-de Ruiter aus Wissel.
Im rappelvollen historischen Ratssaal des Rathauses der Stadt Kalkar konnte Vizebürgermeister Hubert Umbach die Ordensträgerin und ihre Familie, zahlreiche Ehrengäste des öffentlichen Lebens, die Repräsentanten der Kalkarer Karnevalsgesellschaft (KKG), zahlreiche ehemalige Ochsenordenträger und nicht zuletzt viel Prominenz mit Rang und Namen aus dem Karneval am Niederrhein, begrüßen.
Die Auszeichnung habe Josefa Hartjes-de Ruiter, eine starke, selbstbeherzte Frau mit einem großen Engagement, verdient. Mit ihr werde eine Persönlichkeit ausgezeichnet, die sich in hervorragender Weise für die Nächsten einsetze.
Goldener Ochsenorden
Der Senatspräsident der KKG, Karl-Ludwig van Dornick, wies in seiner Laudatio darauf hin, dass der Orden im 44. Jubiläumsjahr der KKG zum 41. Mal verliehen würde. In der nunmehr über 40-jährigen Geschichte des Ochsenordens gehe er zum sechsten Mal an jemanden aus Kalkar. "Was hat es auf sich mit dieser ‚Wunderfrau' aus Wissel", fragte van Dornick.
Was ihr Leben bis heute bestimme, sei die Arbeit mit und für behinderte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Vor mehr als 16 Jahren habe sie, zeitgleich mit der Einschulung in Freudenberg ihres, durch einen häuslichen Unfall verunglückten und dadurch geistig behinderten Sohnes, ihre ehrenamtliche Tätigkeit begonnen. Seit 13 Jahren ist sie die Vorsitzende des Fördervereins von Haus Freudenberg.
"Das Geheimnis ihrer Kraft liegt darin, dass sie immer präsent ist, dass sie die Gabe entwickelt hat, sich anderen im wahrsten Sinne des Wortes ‚mitzuteilen', dort, wo sie ist, voll da zu sein", so der Senatspräsident, "sie nahm sich ihr Herz, um es für andere zu öffnen". Starker Beifall begleitete die Ordensverleihung, die Urkunde wurde verlesen, und es gab Blumen.
Pfarrer Bartholomäus Kalscheur nannte zahlreiche Aktivitäten der Ausgezeichneten im kirchlichen Leben. Das "Ja-Sagen" sei das Eigentliche in ihrem Leben. Auch Karl-Heinz van Holt unterstrich für alle Gemeinschaften in Wissel, dass die Ochsenordenträgerin vieles in der dörflichen Gemeinschaft bewege: "Ganz Wissel freut sich heute".
Und dann gab es stehenden Applaus und manch leise Träne für den behinderten Alexander Kowal, der als Überraschungsgast "Ein schöner Tag" sang. Der Gratulation der Vizelandrätin Hubertine Croonenbroek schloss sich Peter Hinkes, der Vater eines behinderten Kindes an, der aus dankbarem Herzen das Engagement der Geehrten für die Ferienfreizeiten mit den Behinderten lobte.
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