Kleve: Donsbrüggen will Antworten
VON VIVIAN KLEIN - zuletzt aktualisiert: 30.03.2007Kleve (RPO). Die Eltern der angehenden „i-Dötzchen“ sind äußerst unzufrieden mit den bisherigen Aussagen von Seiten der Politik. „Wir wissen noch immer nichts Konkretes“, schimpfen die Väter und Mütter gestern.
KLEVE-donsbrüggen „Wir sind jetzt so weit, dass wir keine Wünsche mehr haben, sondern nur noch Forderungen“: Wim Wijnans, Vater eines angehenden „i-Dötzchens“ aus Donsbrüggen, ist äußerlich ruhig, doch in seinem Innern brodelt es. Und hinter ihm stehen zwölf weitere Elternpaare, denen es genau so geht. Sie wollen kämpfen um die gefährdete Donsbrügger Grundschule (die RP berichtete mehrfach), vor allem aber wollen sie verbindliche Auskünfte von Bürgermeister Theo Brauer und der Politik, unter welchen Bedingungen es weitergehen kann.
Welche Zahlen stimmen?
Die Eltern haben einen ganzen Katalog offener Fragen. „Welche Zahlen stimmen jetzt?“, beginnt Wijnans aufzuzählen. „Brauchen wir zehn Neuanmeldungen, wie es Schulrat Buyken vor einigen Wochen noch sagte, oder doch 16? Was gilt dabei, Anmeldezahlen oder Gruppenstärken? Ist in unserem Fall die Schulverordnung oder das Schulgesetz anzuwenden?“ 13 Kinder sind es derzeit, die im nächsten Schuljahr an die Schule gehen sollen. „Vielleicht reicht das schon, aber wir wissen es nicht. Das muss doch juristisch zu klären sein“, äußern sich die Eltern aufgebracht. Wenn diese Zahlen endlich sicher wären, könnte man sich darum bemühen, weitere Eltern auch von außerhalb Donsbrüggens für die Schule zu begeistern, so Wijnans weiter. „Die Schule ist attraktiv“, ist er überzeugt. So wie Donsbrüggen überhaupt, ergänzt Kindergärtnerin Margret Nass: „Zu uns kommen schon Kinder, die nicht aus Donsbrüggen kommen. Auch aus den Niederlanden.“ Das Hin und Her der Politik sei es, das einige Eltern zum Abspringen gebracht habe.
Waldschule
Sollte die Donsbrügger Grundschule im Schuljahr 2007/2008 genug Kinder zum Weitermachen bekommen, könnte sie nach Aussage des Landtagsabgeordneten Manfred Palmen für 2008/2009 in den offenen Wettbewerb um Schüler gehen (die RP berichtete). Dann gelten nicht mehr wie bisher die Schulbezirksgrenzen.
Dafür habe man bereits einige gute Ideen, beteuerte Wim Wijnans und man werde ein Konzept erarbeiten. Das Stichwort „Waldschule“ fiel in diesem Zusammenhang als eine Möglichkeit.
Die Möglichkeit, dass die Schule zum Folgeschuljahr 2008/2009 trotz dann geltender freier Schulwahl doch zu wenig Anmeldungen haben könnte, haben die Eltern nicht verdrängt. „Aber wir haben jetzt eine Chance, und die wollen wir nutzen“, sagt Mutter Elisabeth Brosch nachdrücklich. Und das bringt die Eltern zur nächsten Frage: Läuft die Schule im Fall der Fälle nach und nach aus, oder werden die übrigen Klassen umgesiedelt? „Und was ist mit dem Ratsbeschluss, der am 21. März gefasst wurde? Wird er zurückgenommen?“, fragt Wijnans weiter.
„Brauer hat Bringschuld“
Bürgermeister Brauer sei verpflichtet, die Fragen endlich zu beantworten, findet Pastor Weskamp: „Er ist schließlich als Stellvertreter der Bürger einberufen und hat die Bringpflicht.“ Vor allem solle Brauer einmal persönlich mit den Eltern sprechen. „Bisher wissen wir alles nur über die Presse“, empört sich Wijnans. Und Nass schließt: „Das Traurige daran ist, dass unsere Kinder bei der ganzen Sache in den Hintergrund gedrängt werden. Die bekommen die Spannungen durchaus mit.“
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